Leider Nein (heute mit Wääk)

14. August 2009, 14:20
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Und hier noch unsere Freitagabend-Nachricht.

Wenn wir Microsoft nicht hätten! Schon mit dem Launch von Windows Vista hat Redmond der Welt eine gigantische Konjunkturspritze verpasst. Doch Microsoft schenkt uns noch viel mehr als einfach nur ein Geldsegen. Denn Windows 7 wird die Produktivität der Anwender ins schier Unermessliche erhöhen, die Wirtschaft wird brummen wie verrückt und alles wird gut.
Man fragt sich, warum Microsoft nicht jedes Jahr ein neues Betriebssystem bringt. Wir hätten Vollbeschäftigung bis in den hintersten Walliser Krachen, denn auch der letzte entlassene Alusuisse-Arbeiter könnte beim Nachbar Bonvin (dem Weinbauern, nicht dem ehem. Bundesrat) Windows 7 installieren, dann Windows 8, 9, 10 und wenns grad kein neues Windows gibt, so könnte er Office migrieren. Überhaupt wäre die Welt besser, denn all die Fabriken, die heutzutage eher fragliche Produkte wie Autos, Atomkraftwerke, Videospiele mit Gewaltdarstellungen oder Waffen produzieren, kämen vor lauter Windows-Migration und Produktivität-Steigern gar nicht mehr zum produzieren und so wäre die Sache mit dem Klima und der Jugendgewalt auch grad geritzt.
Doch der Windows-7-Segen war beileibe nicht die einzige gute Nachricht diese Woche. So teilt die Firma Diamond-Dental-Klinik mit, dass wir dank "Schlummernarkose" endlich keine Angst ("Schwitzen, Herzrasen mit Atemnot, Schwindel und Übelkeit") vor dem Zahnarzt mehr haben müssen. Und Liechtenstein konnte sich am XIV. Internationalen Tag der Deutschlehrerinnen und -Lehrer in Jena mit einer Ausstellung in den Rosensälen vorstellen, was wahre Begeisterungsstürme bei den Deutschlehrerinnen und -Lehrern ausgelöst haben muss. "'Ein Hoch den Liechtsteinern' schrieb die berühmte Schriftstellerin Lilian Faschinger", schreibt Liechtenstein. Wir wussten gar nicht, dass Deutschlehrerinnen und -Lehrer sooo viel verdienen.
Grenzenlos personalisiertes Glück
Womit wir rein gar nichts gegen Deutschlehrerinnen und -Lehrer gesagt haben wollen. Denn beim täglichen Studium der Online-Presse dünkt uns so manchmal, es gäbe zu wenig davon. Viel zu wenig: "Gartner: PC-Markt schrumpft in sich zusammen" titelte etwa 'IT Times', während 'pte' die sensationelle Nachricht, dass Microsoft eine "druckempfindliche Tastatur" entwickelt habe, herausposaunte. Unsere Kollegen vom See hingegen glänzten mit: "Computex im Glanz erweiterter Produktvielfalt von Netbooks" und doppelten mit der weltenerschütternden Nachricht "Globalfoundries hat ersten externen Kunden" nach, während Dell Deutschland uns mit "Grenzenlose Notebook-Personalisierung mit Dell Design Studio" grenzenlos beglückte.
Da ist es nur noch ein kleiner Schritt vom grenzenlosen zum vollkommenen Glück: "Künstliche Nervenzelle vor dem Durchbruch". Das ist gut so, denn wir werden unsere Nerven für Windows-7-Migrationen benötigen und können ein paar künstliche durchaus gebrauchen. Sowieso werden wir ob all der arbeitsbeschaffenden Migrationsprojekte für dies und das keine Zeit mehr haben und sind deshalb froh um diese Nachricht: "Sperma erstmals künstlich im Labor hergestellt." (Christoph Hugenschmidt)

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