Leider Nein (heute mit Wääk)

16. Dezember 2011, 16:13
  • kolumne
  • leider nein
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Und hier noch unsere Freitagabend-Nachricht.

Unser armer Pöstler wird von akuten Rückenproblemen bedroht und wir werden dick und dicker: 1 Bündner Birnbrot von der Bäckerei Gujan aus Fideris im Prättigau, 3 Flaschen Merlot (asinari von den Colli Berici), 4 Curries (Bombay, Madras, Colombo (extra scharf), Kerala), jedes in sehr schönem Stahlblechdösli, alle vier wiederum in wunderbarer Stahl-Glas-Büchse, in der auch ein herziges Gewürzlöffeli sowie ein anspruchsvolles Curry-Rezept steckt, 2 Skross Welt-Stromadapter, eine Kerze mit Stromsparbirne und 1 Tirggel aus dem Zürcher Oberland, den uns interessanterweise ein ehemaliger Bergmann aus dem Ruhrgebiet geschickt hat. Dazu noch diverse Schoggi in Kalender- und anderer Form und Einladungen zu etwa 23 Dinnern und Lunches.
Ganz toll auch das flache Kerzli mit zwei Dochten aus der Volksrepublik China, das zusammen mit einem längeren Schreiben, in dem 13 wichtige Sicherheitshinweise in Englisch, Französisch, Spanisch, Holländisch, Deutsch und Italienisch vermittelt werden, in den Briefkasten gelegt worden ist: "Utilizzare sempre contenitori adatti all'uso."
Stimmt - die Chinesen haben völlig recht. Dieser Titel zum Beispiel, kommt bestimmt von einem contenitore (deutsch: Content-Manager), der nicht so an den (Sprach-) uso adaptiert ist: "Exploits nehmen das Treppchen ein." Etwas an sein Thema überadaptiert scheint hingegen der contenitore der NZZ Online gewesen zu sein, als er diesen Titel erdichtete: "Nacktwanderer blasen zum Rückzug."
Während wir uns Mühe geben, uns beim obigen Titel nichts vorzustellen, ist es bei den folgenden genau umgekehrt: "Galaxy Nexus kommt in die Schweiz und die fehlende Frontkamera bei Nokia" schrieb 'Netzticker' und "USA baut den elektronischen Kampf-Strauss" wusste 'Computerworld'. Titel in der Art von "Brillenloser 3D-Monitor von LG" sind zwar Klassiker, doch wird der Titel auch nicht logischer, wenn er von ungefähr 37 deutschsprachigen "Fachmedien" wiederholt worden ist. Oder haben Sie schon mal einen Monitor mit Brille gesehen? Lieber nicht sehen würden wir die "Evacuation of Refrigerating System" über das uns Halen Ma aus Ningbo informiert hat. Zutiefst erschreckt hat uns diese Story von pte: "Gewaltkrawalle: Briten für Social-Media-Sperre", wobei uns vor allem die Frage beschäftigt, was genau der Unterschied zwischen einem Krawall und einem Gewaltkrawall sei. Etwa der Wunsch des Redaktors nach mehr Klicks dank dem freizügigen Gebrauch des klickfreudigen Worts "Gewalt"?
Ach diese Medien! Immer nur Gewalt, Sturm, Untergang, Konflikt, Tod, Krieg und Kampf (höchstens zwischendurch von ein bisschen Sex aufgelockert)! Wo bleiben die positiven, aufbauenden Nachrichten? Bitte: "Wenn zehn Froscharten durcheinander rufen, können Pfeif- und Pfeilgiftfrösche dennoch ihren Gesprächspartner ausmachen - auch wenn dieser weit entfernt sitzt." (Christoph Hugenschmidt)

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