Leider Nein (myrrhische Folge)

17. Dezember 2010, 17:51
  • kolumne
  • leider nein
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Und hier noch unsere Freitagabend-Nachricht.

Wenn der Paketpöstler naht und ausser dem Schnee unter seinen Schuhsohlen auch seine Bandscheibe knirscht, steht Weihnachten an, das Fest der Geschenke. Auch unsere heimelige Redaktionsstube wird dann mit mehr (z.B. USB Sticks ab 64GB) oder weniger sinnvollen Geschenken überflutet.
Früher war man ja schon froh, wenn einer Myrrhe vorbeibrachte. Damit konnte man sich dann prima olfaktorische Reize in den Raum zaubern, Salben herstellen, Verdauung heilen (kein Wunder, schenkte man sich das zur vollgestopften Weihnachtszeit) oder tote Könige einschmieren. Heute würden die Begeisterungsstürme für Myrrhe nicht mal mehr ein Wasserglas füllen, geschweige denn eine Kinderstube. Bei der biblischen Auswahl würden die Griffel heute wohl allesamt zur Goldkiste greifen. Da Gold als Geschenk doch recht öde ist und kaum mehr jemand Harz aus einem Baum popelt, schenkt man heutzutage flugs etwas aus dem grenzenlosen Reich der (Geschenkes-) Mitte. Lustige Produkte werden auch der inside-it.ch-Redaktion angeboten, die wir unserer verehrten Leserschaft nicht vorenthalten möchten.
"Spielspass für echte Männer und Abenteurer" bietet etwa die Koch Media GmbH mit dem "Schwertransport Simulator 2011". Was ein Abenteuer! Wir sind schon ganz zappelig und meinen, das Spiel wäre doch ein prima Geschenk für unseren ehemaligen NEAT-Bundesrat, so als Einstimmung auf seinen neuen Job. Wir haben aber nicht nur Geschenke für Abenteurer unter unseren Redaktionsbaum gelegt, sondern auch eines für hartgesottene PR-Profis. Für die liegt da der Personenzählsensor der Finger GmbH, der neu auch Internetanschluss hat und dessen "Daten Aufschluss über Resonanz von PR-Massnahmen" geben. Das schafft man auch mit inside-it.ch (inklusive Internetanschluss) und hat, wenn es im "Leider Nein" erscheint, erst noch die Bescherung. Bessere Anwendungsgebiete für das Zählding hätte es damals bei der Volkszählung gegeben oder beim Messen der Personenhydraulik vor der Krippe. Leider gab's da noch kein Internet. Unserem Pöstler wünschen wir das rasche Weiterentwickeln der "StarTrek-Technik". Forschern an der Australian National University ist es nämlich gelungen, einen "Traktorstrahl" zu entwickeln, der Materie bewegen kann. Hui! "Der Laserstrahl könnte auch genutzt werden, um" jetzt kommt's.. "Mikroben zu transportieren". Das reicht natürlich noch nicht um die Bandscheibe zu schonen, aber Weihnachten gibt's ja noch ein paar Jahre. Sollten sie noch immer ideenlos sein, was sie denn schenken sollen, tun sie doch was Gutes und helfen sie der Heilsarmee. Die bietet jetzt "Topfkollekte 2.0", voll mit Facebook und so. Schöne neue Welt! (Marc Werlen, Gastautor)

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