Leider Nein (preisgekrönte Folge)

17. November 2017, 16:34
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Und hier noch unsere Freitagabend-Nachricht.

Uff! Bald haben wir die Award-Saison hinter uns. Nächste Woche noch die 100'000-Dollar-Blockchain-Competition in Zug und dann sind die ICT-, CIO-des-Jahres-, E-Commerce-, Web-, Startup-, Technologie-, Innovations-, Business-Transformation-, Fintech-, Digitalisierungs-, Partner-, App- und sonstigen Awards verliehen, die mehr oder weniger launigen "Keynotes" mehr oder weniger prominenter Speaker gehalten, die Podien mit unterschiedlichen Teilnehmern und Franz Grüter diskutiert, das einstudierte Gewinner-Quietschen im Publikum von sich gegeben und die Siegerfötelis vor der Sponsorenwand gemacht.
Doch – hey Branche – warum so bescheiden? Warum nur so wenige Awards? Ganz viele total wichtige und ungeheuer innovative Leute, die man unbedingt auszeichnen sollte, müssen das Jahr beenden, ohne strahlend einen Kübel oder so auf einer Bühne in die Höhe gestemmt haben zu dürfen.
Hier die Liste der unverliehenen Awards für unverstandene Leistungen. Es fehlen uns: Der Paradise Award für die raffinierteste Steuerumgehungskonstruktion (doppelter Holländer mit geflipptem Irland-Cayman-Island-Pingpong) multinationaler oder nationaler Unternehmen in der Schweiz. Der ICT Hot Air Award für die schnellste Temperaturerhöhung während einer Produkte-Präsentation oder eines Startup-Pitches. Der ICT Hot Air Award könnte eventuell zusammen mit dem ICT Shorty Award (kürzeste Lebensdauer eines vielgehypten Startups) verliehen werden. Für den ICT Shorty Award 2018 hätten wir übrigens auch schon einen valablen Kandidaten.
Der ICT Award Award wird an die Award-Veranstaltung mit dem besten TVA-Koeffizienten verliehen. Die TVA-Formel: Preis pro Tisch, den Sponsoren an der Award-Verleihung mieten dürfen, geteilt durch die Kosten der Verköstigung der Gäste, multipliziert mit der Anzahl der verliehenen Awards in den Kategorien Gold, Silber, Bronze, Special und Publikum. Ganz wichtig wäre auch die Verleihung des ICT Lautlos Awards. Dieser wird an die Firma verliehen, die den radikalsten Stellenabbau ohne jegliche Nennung in der Presse zustande bringt. Der ICT FUD Award geht an die Anwaltskanzlei, die der Schweizer Wirtschaft am meisten Angst in Sachen DSGVO aka GDPR einjagen kann. Der Award kann alternativ auch an Software- oder Security-Hersteller verliehen werden. Von schweizweiter Relevanz wird der ICT Neusprech Award sein, der an den Kolumnisten geht, dem es gelingt, die potentiellen Auswirkungen der Automatisierung durch KI, Roboter, Machine Learning, Big Data und IoT am originellsten zu verwedeln. Der ICT Award Voting Award geht an die Firma oder Person, die es schafft, am meisten Voter für einen Public-Award herbeizulocken, respektive -zuprügeln. Schliesslich fehlt uns noch der ICT Licensing Enforcement Award für den Anbieter mit der besten Strategie, seine Kunden zu möglichst hohen und vor allem steigenden Zahlungen von Lizenzgebühren zu zwingen. (Christoph Hugenschmidt)

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