Leider Nein (sehnsüchtige Folge)

30. Juli 2010, 15:45
  • kolumne
  • leider nein
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Und hier noch unsere Freitagabend-Nachricht.

Was, Sie sind nicht am Meer? Wandern auch nicht mit komischen Eisenstecken bewaffnet über Rasenflächen? Nicht mal rote Socken haben Sie an? Ätsch!
Es soll Ihnen nicht besser gehen als dem Schreibenden, der jetzt nach den Ferien eigentlich fit und entspannt genug für Ferien wäre, aber kein Anrecht mehr auf solchige hat, sondern noch heute Abend trübselig seinen Kollegen schöne Ferien wird wünschen müssen, wohl wissend, dass die Sache mit der unglaublich romantischen Küste und ihren unglaublich köstlichen, wenn auch recht hartschaligen, Früchten für dieses Jahr vorbei ist.
Statt des Genusses eben dieser hartschaligen Früchte der Küste ist wieder der Alltag als Mitglied einer IT-Redaktion angesagt, dessen nur beschränkt vornehme Aufgabe darin besteht, gnadenlos das elektronische Postfach der Redaktion zu säubern. Gerade heute hätte es eigentlich hoch interessante aber leider (!) nicht unseren Kernkompetenzen angepasste Stories gehabt. So stellt pte wie so oft die wirklich wichtige Frage: "Wird der Menschheitstraum von lebenslang gesunden Zähnen jetzt Realität?" Weit weg von der Realitätwerdung des "Menschheitstraums" können wir nicht sein, denn jetzt gibt es "Ein sensationelles Putzergebnis ohne intensiv schädigendes Schrubben." Wie gut, dass ich nicht in den Ferien weile, denn sonst hätte ich wohl noch jahrelang an die Wirksamkeit von "intensiv schädigendem Schrubben" geglaubt und liefe ausserdem Gefahr, das Beste zu verpassen, denn: "Weitere Berichte zum Thema 'häusliche Mundhygiene' folgen in den nächsten Wochen".
Ausser den Berichten zur Mundhygiene, die das brutale Ende unserer Ferien versüssen, trösten wir uns mit Open-Air-Festivals. Und diese werden sich bald massiv verändern, wie pte gestern enthüllte, denn wieder mal haben "Forscher" weltveränderndes entwickelt: "Urin als Stromlieferant auf Festivals". Möglich gemacht wird dies durch mikrobielle Brennstoffzellen. Die Forscher zu pte: "Wir arbeiten derzeit an einem Prototyp für ein tragbares Urinal zur Energieerzeugung." Man(n) wird also am Eingang zum Festivalgelände im Sittertal oder auf dem Gurten nicht nur den eng fixierten Bändel um das Handgelenk, sondern auch sein persönliches, tragbares Urinal vorweisen müssen. Und wenn das Publikum zu wenig Bier trinkt und deshalb zu wenig Output ins Tragbare gespült wird und diese deshalb zu wenig Strom produzieren, hört man Kuno Lauener nicht mehr. Oder so.
Immer klarer wird also, dass das von uns zu Beginn dieser Kolumne noch jämmerlich beweinte Ende der Ferien eigentlich ein Segen ist. Nicht nur könnte man Festivals und tragbare Urinale verpassen, sondern die Fahrt in die Ferien ist auch noch sackgefährlich. So fand der Autovermieter Avis mittels einer Umfrage in neun europäischen Ländern heraus, dass vor allem AusländerInnen die Verkehrsschilder in der Schweiz gar nicht verstehen. "57 Prozent der Italiener verwechselten beispielsweise das Schild für Autobahnausfahrt mit dem Schild für Umleitung. Die Hälfte der befragten Belgier wiederum deutete das gleiche Schild als Aufforderung zum Rechtsabbiegen." Dank Avis wissen wir nun, warum Autofahren so gefährlich ist (weshalb der Schreibende ausschliesslich per Fahrrad verkehrt, aber das ist eine andere Story), respektive warum 57 Prozent aller Italiener bei der Fahrt durch die Schweiz stur auf der Autobahn bleiben. Bei der "Hälfte der Belgier" sind wir uns weniger sicher. Sie könnten auch einfach ihr Navi von TomTom etwas gewagt programmiert haben, denn diese kann man neuerdings mit den Originalstimmen aus Star Wars ausstatten. "Darth Vader’s bedrohliche Stimme und seine unnachahmliche Atmung machen die TomTom Sprachansagen zu etwas ganz Besonderem," schreibt der Navi-Hersteller. Wenn nur keiner den ersten Satz aus der TomTom-PR-Schmiede falsch versteht! "Mach Dich bereit und spüre die Macht hinter dem Lenkrad!" (Christoph Hugenschmidt)

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