Leider Nein (sinnfreie Folge)

19. Oktober 2012, 15:56
  • kolumne
  • leider nein
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Und hier noch unsere Freitagabend-Nachricht.

Es gibt 1000 Gründe, eine Medienmitteilung oder eine andere Verlautbarung "Leider Nein" murmelnd und geistig mit der Schulter zuckend in den elektronischen Papierkorb zu befördern. Sie könnte zum falschen Zeitpunkt gekommen, der Inhalt könnte für uns zu schwierig (schreiben Sie mal am Freitag um 17.30 einen Artikel, in dem Hadoop - möglichst noch in Kombination mit Hana - vorkommt!) oder nicht zu den (von uns so ausgedachten) Interessen unserer LeserInnen passen, um nur drei häufige Fälle zu nennen. Und manchmal wissen wir einfach nicht, warum wir oder irgendjemand sonst die uns zwecks Verbreitung zugesagte Information interessieren sollte.
"Der kleine, treue Begleiter lechzt nach Aufmerksamkeit und Streicheleinheiten per Touchscreen und hat dabei allerlei Verrücktheiten auf Lager", schreibt uns die Tivola Publishing GmbH. Das Verrücktheiten lagernde Wesen lebt in der neuen App "DogWorld 3D" und ist ein süsser, kleiner (virtueller) Dalmatiner-Welpe, der sich "in seinem tierisch gemütlichen Zuhause auf die gemeinsame Zeit mit Herrchen und Frauchen freut." Logisch freut sich der Cloud-Köter, denn es kommen "immer wieder neue Pakete mit tollen Überraschungen wie Quitsch-Spielzeug, Kauknochen oder Leckerlis ins Haus." Unbekannt ist, ob unser herziger Welpe auch an die "Heimtier-Messe" dieses Jahr in die Berner BEA durfte. Dort hätte es ihm bestimmt gefallen, denn es gab "Dogdance, Hundefrisbee, Agility und Hunde-IQ".
Sie können sich "DogWorld 3D" nicht leisten? Schade! Doch mit einem "Restticket" für die "Social Media Convention 2012" in Zürich, auf der wir endlich erfahren konnten, wie "Nach der Euphorie - Die neue Welt 2.0" aussehen wird, wären sie zu einer Alternative gekommen. Denn da sprach der "Münchner Publizist und Medienberater Michael Praetorius" zum Thema "Kill the Cat: Wieviel Social Media steckt eigentlich in Facebook?". Gute Frage!
Doch was ist schon Web 2.0. Warum alles immer nur 2.0 - gehts nicht höher? Doch es geht: "Schlafender Hase® setzt mit TVT 6.0 seinen Wachstumskurs fort" schreibt uns Geschäftsführer Willie Schnaubelt. 2.0 war gestern, jetzt ist 6.0 und das ist gut: "TVT 6.0 unterstützt die aktuellen QRD-Vorlagen und die neueste Version des von der FDA vorgeschriebenen SPL-Formats." Boooah!
"Einfaches weies Toilettenpapier ist überall zu kriegen/bekommen - doch durchgefärbt samtiges Toilettenpapier von Renova ist das absolute Highlight in Ihrem Badezimmer! Sogar die Kernrolle ist bunt. Durch die dezente Parfümierung bringt es Eleganz und Exklusivität auf das stille örtchen. Oder wie wäre es als kleines originelles Mitbringsel? Vielleicht zur Badrenovierung oder zur Umzugsparty" schlägt uns wcpapier-abo.ch vor. Mir fällt ein Stein vom Herzen, denn nun muss ich nicht mehr jede Woche über die Geschenke nachdenken, die ich meinen Freunden zur Badrenovierungsparty bringen könnte, sondern kann nun endlich, endlich "weies Toilettenpapier" im Abo bestellen.
Fast noch grösser als das Problem der Badrenovationsgeschenke ist das Phänomen des sockenfressenden Tumblers, für das nun blacksocks.ch mit "Sock Sorter" eine App entwickelt hat. Sie ist mit 159 Euro für das Starterpaket (10 Paar RFID-Socken, 1 App und 1 RFID-Lesegerät) spottbillig, könnte aber die Zukunft des Schweizer E-Commerce-Wunders gefährden. Denn: "Die App ermöglicht nicht nur das Auffinden verschollener Socken und das korrekte paaren zusammengehöriger Socken,..." Genial: Hat man sich paarende Socken, ist es nicht mehr so schlimm, wenn der Tumbler oder die Waschmaschine sich hie und da eine schnappt und selbst das Kratzen des RFID-Chips kommt einem dann bald nur noch wie ein wohliges Kraulen vor. Aber warum sollte ich dann noch Socken bestellen? (Christoph Hugenschmidt)

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