Leider Nein (superprovisorische Folge)

8. Oktober 2010, 16:18
  • kolumne
  • leider nein
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Und hier noch unsere Freitagabend-Nachricht.

"Ich habe gerade gesehen, dass Sie unsere Medienmitteilung über die xxxx xxxx Awards online gestellt haben, danke dafür! Darf ich Sie trotzdem bitten, den Kommentar unter dem * zu löschen? Firma XYZ würde ihn gern entfernen lassen."
Liebe Frau Z. der Agentur ABC: Leider nein - Sie dürfen nicht! Weil das, was Sie als "Kommentar" bezeichnen, keiner ist, sondern eine ergänzende (und erst noch wahre) Information bezüglich des preisgekrönten Projekts und weil wir ihn auch nicht löschen würden, wenn es einer wäre. Weil wir "löschen" genausowenig irgendwelche Sätze, Wörter, Abschnitte, Texte oder Bilder, wie wir "Medienmitteilungen online stellen." Nie.
Überhaupt, liebe ZusenderInnen von Pressemitteilungen, liebe Auskunft-GeberInnen, liebe sonstig irgendwie Vorkommende oder Nicht-Vorkommende: Es gibt nur genau zwei Methoden, wie Sie zum gewiss ungeheuer grossen Vergnügen kommen, Inhalte auf inside-it.ch und inside-channels.ch nach Wunsch darstellen, verändern oder entfernen zu können. Entweder Sie rennen zum Richter, verlangen eine superprovisorische Verfügung, hoffen, dass Sie damit durchkommen und wissen, dass es besser wäre, wenn Sie bei einer solchen Übung Recht bekämen, denn sie kann teuer (weil - für uns - in der Kronenhalle endend) und damit tendenziell auch Veränderungen in ihrem Management anstossend, werden. Oder Sie kaufen Werbung. Die können Sie dann ganz nach Belieben löschen.
Und eben - liebe Frau Z., überhaupt liebe MitteilungsversenderInnen - Sie brauchen sich nicht zu bedanken, wenn wir Ihre Info aufgreifen und eine (hoffentlich durch Recherchen ergänzte) Nachricht daraus machen. Wir machen das nämlich nicht aus Nettigkeit oder weil wir Sie toll finden, sondern weil wir glauben, dass die so entstandene Nachricht eine gewisse Relevanz für unsere Götter und Göttinnen, die LeserInnen, haben könnte. Einfach abschreiben werden wir Ihre Mitteilung aber auf keinen Fall, denn dieses unter braven Journalisten verpönte Tun kann zu Unfällen führen. So ein Abschreibe-Unfall passierte zum Beispiel unseren Kollegen von 'Computer Reseller News', die eine Story einer deutschen Website zusammenfassten, die wiederum aus einer aufgeblasenen Notiz einer britischen Zeitung bestand. Wie immer waren die Unfall-Opfer die armen Wörter und Fakten: "Die Fahrt führte auf den Berg 'Bergun' in der Schweiz. ... Der Van und sein Fahrer musste mit einem Spezial-Hubschrauber zurück ins Tal geschleppt werden."
Ob die Erfindung des Berg-Berguners-Schlepp-Helikopters (sorry: -Hubschraubers) auf den sommerlichen Kahlschlag im Verlag der 'CRN' Deutschland, dem doch tatsächlich 31 von 50 Stellen zum Opfer fielen, zurückzuführen ist, wissen wir nicht.
Überhaupt sollte, wer Texte schreibt, vorsichtig sein und gefährliche oder gar radikale Methoden vermeiden: "Yiid-Pressetext zum radikalen Relaunch: Von der Eierlegenden Woll-Milch-Sau zum MeinungsVZ" Was für ein rrrradikaler Rrrrrelaunch! Ein Text wie ein Sprengstoffgurt! (Christoph Hugenschmidt)

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