Lenovo erhöht Eigenanteil bei Notebook-Produktion

10. Oktober 2012, 12:02
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Sehr zum Leidwesen der Komponenten- und Systemlieferanten aus Taiwan setzt Lenovo künftig auf mehr Eigenleistung bei der Produktion von Notebooks.

Sehr zum Leidwesen der Komponenten- und Systemlieferanten aus Taiwan setzt Lenovo künftig auf mehr Eigenleistung bei der Produktion von Notebooks. Manche erinnern sich vielleicht noch, wie der chinesische PC-Riese als Motherboard-Hersteller Legend QDI seine ersten Gehversuche auf dem Weltmarkt machte. Aber bei Notebooks und anderen PC-Systemen ist das Unternehmen wie die meisten Mitbewerber noch immer überwiegend von Auftragsfertigern aus Taiwan abhängig. Das soll sich nun ändern. 'Digitimes' zufolge bekommen die Komponentenhersteller der Insel bereits den Druck zu spüren. 20 bis 30 Prozent der Notebooks, Desktop- und anderen PC-Systeme produziere Lenovo heute schon selbst, berichten die Industriebeobachter aus Taiwan.
Nach Produktionsstart von LCFC (Hofei) Electronics Technology, einem Joint Venture mit Taiwans zweitgrösstem Notebook-Auftragsfertiger Compal, Ende 2012 oder Anfang 2013 soll der Eigenanteil deutlich steigen. Darüber hinaus hat Lenovo auch schon eine PC-Produktion in den USA auf die Beine gestellt und soll eine weitere in Brasilien im kommenden Jahr ebenfalls in Betrieb gehen.
Lenovo wird aber vermutlich doch nicht ganz auf die Komponentenhersteller verzichten können, wohl aber durch Zusammenstreichen der Lieferkette plangemäss Kosten sparen. Wie Michael Wöginger, Vorstand beim deutschen Display-Händler Actron, von 'Pressetext' zitiert wird, sei es für Lenovo vielleicht sinnvoll, selbst "die Elemente" herzustellen. Einen Trend will er davon aber noch nicht ableiten, denn viele Teile seien "zu aufwändig, um sie selbst zu produzieren". Als Beispiel dafür nennt er LCDs mit Hintergrundbeleuchtung und der dazugehörigen Elektronik. Moderne LCD-Panel-Fabriken sind in etwa so teuer wie ein mittelgrosses bis grosses Atomkraftwerk. In den Markt einzusteigen, selbst als Joint-Venture-Partner von Chinas BOE Technology zum Beispiel, wäre ein sehr teures Unterfangen für Lenovo. (kh)

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