Lenovo geht mit der Marke "Think" auf Apple los

7. Januar 2013, 17:21
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Wiedergeburt des alten IBM PC-Business?

Wiedergeburt des alten IBM PC-Business?
Der nach HP weltweit zweitgrösste PC-Hersteller Lenovo wird reorganisiert. Lenovo soll in einen Geschäftsbereich für das High-End-Business unter der Marke "Think" und in einen für Low-End-Consumer-Produkte unter der Marke "Lenovo" aufgeteilt werden. Dies geht aus einem E-Mail von Lenovo-Chef Yang Yuanqing hervor, das offenbar chinesischen Medien zugespielt worden ist. Die Story wurde von einer Sprecherin gegenüber 'Information Week' bestätigt. Bisher war Lenovo in einem Bereich für PCs und Server ("Product") und in einem Bereich für mobile Geräte ("Mobile Internet and Digital Home") organisiert.
Die massive Reorganisation, die bereits bis 1. April umgesetzt werden soll, soll die Wahrnehmung der Marken von Lenovo "schärfen". Die "Think Business Group" wird die High-End-Produkte von Lenovo, also im grossen Ganzen das 2005 von IBM übernommene Geschäft mit qualitativ hochstehenden Notebooks, PCs und Tablets, herstellen und vertreiben. Zudem wird das Geschäft mit Servern und Storage auch zur "Think"-Einheit gehören. Die "Lenovo Business Group" wird ihrerseits Massenprodukte wie PCs, Consumer-Notebooks und -Tablets und Smartphones entwickeln, herstellen und vertreiben.
Man habe festgestellt, dass die Marke "Lenovo" im Massenmarkt und im Markt für günstige Produkte gut ankomme, während "Think" im High-End-Markt gut positioniert sei und es dort mit Apple aufnehmen könne, heisst es angeblich in dem Mail von Yang Yuanqing. Der chinesische Konzern wird inbesondere versuchen, mit den "ThinkPad" Tablet-PCs gegen die starke Konkurrenz von Apple und Samsung zu bestehen, glauben Beobachter.
Anerkennung einer Niederlage?
Die Marke "Think" kommt ursprünglich von IBM. Lenovo hat 2005 das PC-Business von IBM übernommen. Dass man nun das Highend-Geschäft samt dem US-Engineering wieder in eine eigene Abteilung unter einer eigenen Marke steckt, bedeutet auch das Eingeständnis, dass es nicht gelungen ist, Lenovo als Brand im Geschäft mit Firmen und mit betuchten Konsumenten im Westen zu etablieren. Man gebe den Versuch, die alte IBM-PC-Abteilung in die chinesiche Firma zu integrieren, auf, wird hier und da interpretiert.
Die "Think Business Group" wird von Peter Hortensius, bisher Leiter der BU "Products" geführt, während der bisherige Chef des Bereichs Mobile, Liu Jun, den Bereich "Lenovo" leiten wird.
Was die Reorganisation für Verkaufsniederlassungen wie etwa Lenovo Schweiz bedeutet, ist noch nicht bekannt. (hc)

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