Lenovo mit in IBMs Linux-Boot?

11. August 2008, 16:16
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Lenovo schaut sich IBMs "Microsoft-freie" PC-Software an.

Lenovo schaut sich IBMs "Microsoft-freie" PC-Software an.
Vergangene Woche stellte IBM auf dem Linux-Kongress 'Linux World' ein Software-Paket mit Betriebssystem und Anwendungssoftware vor, mit dem PC-Hersteller einen "Microsoft-freien" PC bauen und vermarkten können.
Als Betriebssystem setzt IBM diverse Linux-Distributionen ein, für Büroanwendungen und Kommunikation kommt Software aus dem eigenen Haus (Lotus, Open-Office-Derivate) zum Einsatz. Als Kunde nannte IBM erst einen österreichischen Distributor, der offenbar russische Grosskunden mit den "Microsoft-freien" PCs bedienen konnte.
Doch die Botschaft, die 'Big Blue' während der 'Linux-World' PC-Hersteller richtete, tönte interessant: Man könne mit einem "Microsoft-freien" PC sowohl dem Kunden günstigere Preise anbieten, wie auch für sich selbst höhere Margen herausholen.
Nun soll Lenovo an der Vermarktung der "Microsoft-freien" PCs interessiert sein. Dies berichtete letzte Woche die US-Zeitschrift 'Information World'. Lenovo kaufte Ende 2004 die PC-Abteilung von 'Big Blue' und übernahm auch sehr viele Mitarbeitenden und die Forschung von IBM. Eine Lenovo-Sprecherin bestätigte gegenüber 'InformationWorld', dass man sich die "Microsoft-freie" PC-Software von IBM "anschaue".
Tatsächlich könnten PC-Hersteller PCs mit Linux als Betriebssystem und Bürosoftware von IBM wohl wesentlich günstiger bauen, als Microsoft-basierende. Einerseits wären weniger Lizenzgebühren für Betriebssystem, Büro- und Kommunikationssoftware fällig. Andererseits könnte man viel billigere Komponenten einbauen, da Linux und Open-Office weniger leistungshungrig sind, als Windows Vista. Die würde sich auch günstig auf den Stromverbrauch auswirken.
Ob sich IBMs "Microsoft-freier" PC aber je im Massenmarkt durchsetzen wird, steht in den Sternen. Denn Microsoft-Software kostet nicht nur, sondern es gibt auch eine Marge darauf und PC-Hersteller und -Händler verdienen daran. Und IBM und die Linux-Distributoren (Red Hat, Novell, Ubuntu) müssen genügend "Masse" hinkriegen, um die Hersteller von Geschäftsanwendungen davon zu überzeugen, ihre Applikationen, für den "Microsoft-freien PC" tauglich zu machen. (Christoph Hugenschmidt)

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