Lenovo-Roettger "Ein starkes Gefühl des Déjà-vu"

13. Januar 2015, 13:35
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IBMs x86-Serverteam ist nun auch hierzulande in Lenovo integriert. In der Schweiz wird Lenovo damit erstmals auch im Serverbereich aktiv.

IBMs x86-Serverteam ist nun auch hierzulande in Lenovo integriert. In der Schweiz wird Lenovo damit erstmals auch im Serverbereich aktiv.
Vor ziemlich genau zehn Jahren hat IBM seine PC-Sparte an Lenovo verkauft im letzten Oktober offiziell wurde, hat nun auch Lenovo Schweiz per Anfang Januar das Server-Team von IBM Schweiz integriert. Kein Wunder, dass Roettger einiges an die Zeit von damals erinnert: "Ich habe ein starkes Gefühl des Déjà-vu", erklärte er heute morgen an einer Presseveranstaltung zur Integration. Gleichzeitig betonte er, dass auch vieles ganz anders sei. Vor zehn Jahren musste Lenovo Schweiz erst aufgebaut werden, heute hat sich der chinesische Hersteller längst auf dem Schweizer Markt etabliert.
Eine der Hauptbotschaften von Roettger war heute Morgen, dass die Integration des Serverteams nicht erst noch vollzogen werden muss sondern bereits geschehen sei. Man habe sich bereits in den letzten Monaten gründlich vorbereitet und sei schon heute organisatorisch genau so aufgestellt, wie man sich das für die Zukunft vorstellt. Für Partner bedeute dies unter anderem, dass sie sich nicht auf unkoordinierte Besuche verschiedenster Vetreter aus unterschiedlichen Produktbereichen gefasst machen müssen. Pro Partner soll es nur eine Hauptansprechsperson bei Lenovo geben. Die ehemaligen IBM-Serverpartner erhalten übrigens bei Lenovo vorerst auch die genau gleichen Konditionen wie bisher.
Lenovo dürfte rund 15 bis 20 Leute von IBM übernommen haben - eine genaue Zahl wollte Roettger heute nicht nennnen. Insgesamt beschäftige Lenovo Schweiz nun rund 75 Mitarbeitende. Die Leitung des x86-Serverteams bei Lenovo übernimmt der IBM-Veteran Roger Müller. Nach 25 Jahren IBM, so Müller, habe er eine Chance gesehen, wieder einmal etwas Neues zu machen, und sich als einer der ersten freiwillig für einen Wechsel gemeldet.
Müller hofft unter anderem darauf, dass Lenovo im Serverbusiness Kooperationen mit Drittunternehmen, beispielsweise Microsoft oder EMC, eingehen kann, die unter dem Dach von IBM nicht möglich waren. So sollte es auch möglich sein, neue Lösungsbereiche anzugehen.
Neue Wertschätzung
Ein weiteres Thema, das Müller und Roettger ansprachen, ist die andere Wertschätzung, welche das x86-Geschäft bei Lenovo geniessen dürfte. Während das x86-Geschäft bei IBM der niedermargige Low-End-Bereich im Hardwareich war, ist das Servergeschäft nun bei Lenovo der High-end-Bereich mit der wohl höchsten Marge. Ausserdem, so Roettger, gedenke Lenovo seine "Economies of Scale" - niedrigere Einkaufskosten und tiefere Produktionskosten als IBM - auszunutzen, um eine höhere Marge herauszukitzeln als Big Blue.
Eine Preissenkung werde es durch den Übergang zu Lenovo als Hersteller, so Roettger klipp und klar, zumindest bei den High-end-x86-Servern nicht geben. Eine aggressivere Preisgestaltung könnte allerdings im Low-end-Bereich der Server mit ein bis zwei CPU-Sockeln zu erwarten sein, auch wenn Roettger und Müller dies nicht so sagten. In diesem Bereich war IBM aber bisher nicht sehr aktiv. Lenovo dagegen möchte in Zukunft auch in diesem Segment einen Marktanteil erobern, der für die neue Nummer drei im globalen Servergeschäft angemessen ist.
Lenovo stellt schon seit einigen Jahren x86-Server her, hat diese aber in der Schweiz bisher nicht aktiv vertrieben. Ein Hauptgrund dafür waren die fehlenden personellen Ressourcen für den notwendigen Support. Für die von IBM übernommenen Server wird der Support aber auch weiterhin von IBM übernommen - die entsprechende Vereinbarung ist vorerest auf fünf Jahre befristet. Für Kunden, so Müller, ändert sich damit in Sachen Wartung und Support gar nichts, "nicht einmal die Telefonnummer". (Hans Jörg Maron)
(Interessenbindung: Lenovo ist Werbekunde unseres Verlags.)

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