Lenovo rot und wieder unter chinesischer Führung

5. Februar 2009, 11:19
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CEO William Amelio geht und wird von Yang Yuanqing ersetzt. Unternehmensgründer Liu Chuanzhi wird Verwaltungsratspräsident. Das neue Management will sich in Zukunft wieder vermehrt auf den chinesischen Markt konzentrieren.

CEO William Amelio geht und wird von Yang Yuanqing ersetzt. Unternehmensgründer Liu Chuanzhi wird Verwaltungsratspräsident. Das neue Management will sich in Zukunft wieder vermehrt auf den chinesischen Markt konzentrieren.
Lenovo hat wie angekündigt im dritten Quartal, das am 31. Dezember 2008 abgeschlossen wurde, rote Zahlen geschrieben. Der chinesische PC-Hersteller gab zudem den sofortigen Abgang von CEO William Amelio bekannt, der vom bisherigen Verwaltungsratspräsidenten Yang Yuanqing abgelöst wurde. Neuer VR-Präsident wird der 64-jährige Unternehmensgründer Liu Chuanzhi. Amelio wird allerdings noch bis September beratend zur Verfügung stehen.
Der 44-Jährige Yang, der seit 20 Jahren bei Lenovo (bzw. Legend) tätig ist, war schon von 2001 bis 2004 CEO. Als Grund für Amelios Weggang nannte das Unternehmen das Auslaufen seines Dreijahresvertrages. In der Tat holte Lenovo den damaligen Dell-Mann vor drei Jahren an Bord. Es darf jedoch angenommen werden, dass eine Vertragsverlängerung eine Option gewesen wäre, stünde das Unternehmen heute besser da. Die Tatsache, dass Lenovo zudem die Stelle eines COO geschaffen hat (die von IBM-Veteran Rory Read besetzt wird), zeigt, dass das Unternehmen auf operativer Ebene Verbesserungspotenzial ortet. Unternehmensgründer Liu betonte zudem, man wolle sich in Zukunft vermehrt auf das chinesische Geschäft konzentrieren, obwohl Lenovo selbstverständlich eine internationale Firma bleibe.
Rückläufige PC-Verkäufe
Lenovo musste angesichts der schwierigen Konjunkturlage bereits im zweiten Geschäftsquartal einen Gewinnrückgang um 78 Prozent hinnehmen. Der PC-Bauer hatte zuletzt vor drei Jahren rote Zahlen geschrieben, als das Unternehmen die Übernahme der PC-Sparte von IBM zu verdauen hatte.
Im dritten Quartal sanken die PC-Verkäufe bei Lenovo um 5 Prozent. Im chinesischen Heimmarkt gingen die Verkäufe gar um 7 Prozent zurück. Der Gesamtumsatz sank so um 20 Prozent von 4,49 auf 3,59 Milliarden Dollar. Der Verlust betrug 97 Millionen Dollar, verglichen mit einem Gewinn von 172 Millionen Dollar im dritten Quartal des Vorjahres. (mim)

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