Lenovo Schweiz zwischen "Start-up-Feeling" und IBM-Nostalgie

26. Februar 2008, 13:49
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Lenovo bietet in der Schweiz Workstations und bald auch Server mit Unterstützung von IBM an. Doch eigentlich will sich Lenovo vor allem mit dem Einstieg ins Consumer-Geschäft definitiv von "Big Blue" abnabeln.

Lenovo bietet in der Schweiz Workstations und bald auch Server mit Unterstützung von IBM an. Doch eigentlich will sich Lenovo vor allem mit dem Einstieg ins Consumer-Geschäft definitiv von "Big Blue" abnabeln.
Die Vertreter der Schweizer Niederlassung des PC-Herstellers Lenovo, der bekanntlich im Sommer 2005 die PC-Sparte von IBM übernommen hat, sprachen heute an einem Medien-Roundtable in Schlieren von einem "Start-up-Feeling" beim chinesischen PC-Hersteller. Tatsächlich gibt es Lenovo Schweiz theoretisch noch keine drei Jahre, allerdings verbinden noch viele Kunden die Marke Lenovo mit IBM - und "Big Blue" war und ist in der Schweizer IT-Branche seit jeher praktisch eine "Institution".
Lenovo Schweiz hat spätestens mit dem Umzug von den IBM-Räumlichkeiten in Zürich Altstetten ins NZZ-Print-Gebäude in Schlieren Ende 2006 die "Abnabelung" zumindest räumlich konkretisiert. Nun gelte es, in der Schweiz die Marke Lenovo bekannter zu machen, sagte Country General Manager Pascal Schlittler heute. Hierfür sind zahlreiche Marketing-Aktionen geplant.
Server, Workstations, Consumer- und Linux-Notebooks
Lenovo wird, wie bereits bekannt ist sogar verkaufen. Seit Dezember 2007 hat Lenovo zudem auch Workstations im Sortiment. Auch hier half IBM mit dem Verkauf der "IntelliStations" an Lenovo aus.
Damit der "Mann von der Strasse" auch in den Genuss eines Lenovo-Geräts kommt, lancierte das Unternehmen Anfang Jahr die Consumer-Reihe auch in der Schweiz. Hierzulande läuft derzeit ein Pilotprojekt, das bisher zufriedenstellend verlaufe. Einige Consumer-Notebooks gibt es etwa bei Steg, Media Markt, M-Electronics, Conforama oder digitec. In der Schweiz dürfte die in Deutschland und Frankreich lancierte Consumer-Linie "IdeaPad" wohl etwa in einem Jahr eingeführt werden.
Bereits seit acht Monaten bietet Lenovo zudem in der Schweiz Notebooks mit der Linux-Version Ubuntu an (Dualboot mit Windows Vista). Noch ist unklar, wann und ob die Notebooks mit vorinstalliertem SuSe Linux von Novell mehr zu erfahren.
Sechstgrösster PC-Hersteller in der Schweiz
Was Zahlen angeht, gibt sich Lenovo Schweiz bedeckt. Immerhin: Gemäss IDC besitzt Lenovo in der Schweiz bei Business-Notebooks einen Marktanteil von 14,5 Prozent und ist damit die Nummer drei hinter HP und Dell. Nach Stückzahlen verzeichnete Lenovo in diesem Bereich im vergangenen Jahr ein Wachstum von 28,8 Prozent - nur der Marktleader HP wuchs schneller. Im Desktop-Bereich wuchs Lenovo um 11,7 Prozent auf einen Marktanteil von 5,4 Prozent. Gesamthaft ist Lenovo mit einem Anstieg der Absatzzahlen um 17,8 Prozent und einem Marktanteil von 5,5 Prozent der sechstgrösste PC-Hersteller in der Schweiz. Derzeit beschäftigt Lenovo Schweiz knapp 50 Angestellte (davon 29 Prozent Frauen) in Schlieren und in der Westschweiz. 2007 wuchs die Belegschaft um 10 Prozent.
Mit dem IBM-Logo auf den Lenovo-Notebooks wird es übrigens - zumindest in der Schweiz - ab Juni 2008 vorbei sein. Bis Ende Mai können Businesskunden noch "ThinkPads" mit dem nostalgischen IBM-Logo bestellen. Danach ist Schluss mit IBM. Zumindest im Vordergrund. (Maurizio Minetti)

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