Lenovo stösst HP definitiv vom (schrumpfenden) PC-Thron

10. Januar 2014, 13:36
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Was für ein Schlamassel: Der weltweite Markt der klassischen PCs schrumpfte letztes Jahr um volle zehn Prozent. Einzig der chinesische Hersteller Lenovo konnte noch etwas zulegen - ganz schlimm erwischte es Acer und Asus.

Was für ein Schlamassel: Der weltweite Markt der klassischen PCs schrumpfte letztes Jahr um volle zehn Prozent. Einzig der chinesische Hersteller Lenovo konnte noch etwas zulegen - ganz schlimm erwischte es Acer und Asus.
Die beiden Marktforscher IDC und Gartner haben gestern Nacht die ersten vorläufigen Zahlen zum weltweiten PC-Markt 2013 veröffentlicht. Die beiden zählen Tablet-Computer und Smartphones nicht zu den "Personal Computers" und geben deshalb ein pessimistisches Bild des Marktes ab.
"This is the worst decline in PC market history", schreibt zum Beispiel Gartner. In der Tat: Weltweit wurden letztes Jahr noch 315'967'516 PCs und Notebooks verkauft. 2012 waren es noch 351'059'698 Stück gewesen.
Auf Platz 1 findet sich nun mit messbarem Vorsprung der chinesische Hersteller Lenovo (siehe Grafik oben). Noch diesen Sommer war Lenovo erst ganz knapp vor HP gelegen. Lenovo kommt 2013 auf einen Marktanteil von 16,9 Prozent und hat damit Hewlett-Packard (Marktanteil 16,2 Prozent) vom Spitzenplatz verdrängt. Auf den hinteren Plätzen folgen Dell, Acer und Asus. Während Lenovo den Absatz im schrumpfenden Markt halten konnte, mussten Acer (minus 28 Prozent) und Asus (minus 17 Prozent) massive Einbrüche hinnehmen.
HP konnte die Position als Nummer 1 im EMEA-Raum (Marktanteil im vierten Quartal von 19,7 Prozent) und in
den USA (Marktanteil im Q4 von 26,5 %) halten. Für die USA weisen Gartner und IDC übrigens grosse Differenzen aus. Während Gartner glaubt, Apple habe den Absatz im vierten Quartal um fast 30 Prozent steigern könne und liege nun mit über zwei Millionen verkauften Macs auf Platz drei, findet IDC, Apple habe an Marktanteil in den USA verloren und liege mit 1,6 Millionen verkauften Macs auf Platz 4.
Abtrünnige Microsoft-Partner
Misst man aber nicht den Absatz von PCs und Notebooks sondern den Verkauf von "Smart Devices" inklusive Tablets und Smartphones, so sieht man, dass der Weltmarkt immer noch rasch wächst.
Verlierer sind aber diejenigen Hersteller, die den Trend hin zu Smartphones, Tablets und Phablets verpasst haben. Dies ist neben klassischen PC-Herstellern wie HP, Acer und Dell vor allem Microsoft. PCs und Notebooks werden typischerweise mit Windows betrieben, im Tablet und Smartphone-Markt dominieren aber Google (Android) und Apple. Und nun springen auch die PC-Hersteller als treue Microsoft-Partner ab. So haben alle Notebook-Hersteller an der Consumer-Elektronik-Messe CES Geräte angekündigt, die mit Googles "Chrome"-Betriebssystem funktionieren. Der letzte grosse Hersteller, der noch keine "Chromebook" im Sortiment hat, ist Asus. (hc)

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