Lenovo verabschiedet sich von "Hold"-Strategie

11. Juni 2012, 13:56
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Der chinesische PC-Hersteller steigt mit vielen Untermarken in den Consumer-Markt ein.

Der chinesische PC-Hersteller steigt mit vielen Untermarken in den Consumer-Markt ein.
Vor einigen Jahren hat der chinesische PC-Hersteller Lenovo die Welt in reife Märkte, in denen man den Marktanteil nur verteidigt ("hold"), und Wachstumsmärkte eingeteilt. In den reifen Märkten hat man die Kosten möglichst reduziert - Stellenabbau - auch in der Schweiz - war die Folge.
Nun sei diese "Hold"-Strategie vorbei, sagte heute Morgen Lenovo-Sprecher Thilo Huys an einer Medienveranstaltung in Zürich. In der Tat hat Lenovo per Anfang April die Firma neu organisiert und überraschend den ehemaligen Acer-Boss Gianfranco Lanci als Europachef an Bord geholt. Damals hat man aber noch betont, die Neuorganisation bedeute keineswegs eine Änderung der Strategie. Huys sagte nun aber klar, man wolle auch in Europa Marktanteile gewinnen und zum - nach HP - zweitgrössten PC-Anbieter im EMEA-Raum werden.
Einstieg in den Consumer-Markt
Lenovo hat in den letzten Jahren immer wieder mal den Einstieg in den Schweizer Consumer-Markt angekündigt in den Retailmarkt, sondern bringt nun auch Lenovo-Produkte. So wird der chinesische Hersteller ab Juli zwei neue Ultrabook-Versionen lancieren, bringt einen All-in-One-PC und einen winzigen, ungefähr Taschenbuch-grossen PC (Abbildung) für den Heimgebrauch.
Ausserdem sind für das zweite Halbjahr Windows-Tablets für Heimanwender unter dem Brand Lenovo zu erwarten.
Verwirrende Marken
Mit Medion will man vor allem das Geschäft mit grossen Verkaufsaktionen, wie man sie von den Aktionen des deutschen Discounters Aldi kennt, fördern. Die Marke Medion, unter der es auch Navis, TV-Geräte und Digicams gibt, soll aber auch bei E-Tailern und spezialisiertien Elektronik-Retailern präsent sein. Medion selbst hat Untermarken, so "Akyoa" und "Erazer" (für Gamer-PCs).
Lenovo tritt seinerseits mit der Konsumenten-Marke "IdeaPad" bei Retailern, E-Tailern und Elektronik-Flächenmärkten auf, versorgt diese aber teilweise auch mit dem Subbrand "ThinkPad". "IdeaPad" und "ThinkPad" gibt es auch im Lenovo-eigenen Web-Shop.
So gibt es zwei Hauptmarken (Lenovo und Medion) und eine ganze Reihe von Submarken des chinesischen Konzerns im europäischen Markt.
Grosse Hoffnungen auf den Consumer-Markt
Es sei klar, dass das Sortiment von Medion und des chinesischen Mutterhauses immer mehr verschmelzen werde, sagte heute Andreas Müller, der bei Lenovo Schweiz für das Consumergeschäft verantwortlich ist. Doch Medion werde ein Volldienstleister für Retailer bleiben, also beispielsweise auch Reparaturservices anbieten.
Lenovo war bisher im Konsumenten-Markt nur in Grossbritannien und Deutschland präsent. Nun bringt man die "IdeaPad"-Geräte in die Heimanwender-Märkte im ganzen EMEA-Raum und setzt darauf grosse Hoffnungen. "Wir haben ehrgeizige Ziele", so Müller.
In der Schweiz hat Lenovo noch einen weiten Weg zu gehen. Zusammen mit Medion erreicht der chinesische Hersteller im Consumer-Markt gemäss IDC erst Rang acht (siehe Tabelle unten). (Christoph Hugenschmidt)
Marktanteile von PC-Herstellern im Schweizer Consumer-Markt im ersten Quartal 2012

  1. Apple (23,4 %)
  2. Andere (8,7 %)

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