Lenovo verliert IBM PC-Umsätze

10. August 2005, 15:24
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Lenovo veröffentlicht erstmals seit der Übernahme des IBM PC-Business Zahlen.

Lenovo veröffentlicht erstmals seit der Übernahme des IBM PC-Business Zahlen.
Der chinesische PC- und Notebook-Hersteller Lenovo hat heute erstmals seit der Intergration von IBMs PC-Geschäft Geschäftszahlen veröffentlicht. Wenig überraschend konnten die Umsätze aus dem IBM-Business nicht gehalten werden. IBM setzte von April bis Juni 2004 etwa 2,7 Milliarden Dollar mit PCs und Notebooks um. In diesem Jahr waren es nur noch 2,2 Milliarden Dollar, wobei das PC-Geschäft im Mai und Juni schon zu Lenovo gehörte.
Die weiteren Zahlen aus dem Hause Lenovo sind hingegen erfreulich. Lenovo setzte im zweiten Quartal dieses Jahr 19,6 Milliarden Hongkong-Dollar um (etwas über 3 Milliarden Franken) und verdiente netto etwa 357 HK (etwa 57 Millionen Franken). Nach eigenen Angaben war das PC-Geschäft von Lenovo in Amerika, China und Europa profitabel. In Europa verdiente Lenovo operativ nach eigenen Angaben aber nur magere 6,4 Millionen Franken.
Ausserdem hat Lenovo nach eigenen Angaben in den wichtigen, stark wachsenden "Emerging Markets" China, Indien, Brasilien und Russland massiv Marktanteile gewonnen. Der Absatz in Stückzahlen wuchs in China um 28 % (Markt: 14%), in Indien um 35 % (Markt 29 % !), in Brasilien um 58 % (Markt: 44 % !) und in Russland um 50 % (Markt 28 %). In China hat Lenovo im Handy-Geschäft unterdessen einen Marktanteil von 4,3 % und ist der sechstgrösste Handy-Hersteller.
Teure IBM-Strukturen
Interessant scheint uns ein Blick auf die von Lenovo veröffentlichten Zahlen zur Gewinn-Marge. Die Brutto-Marge stieg mit der Übernahme des PC-Geschäfts von IBM zwar von 13,75 auf 15,33 Prozent. Die Nettomarge sank hingegen von 5,73 auf 1,82 %.
Unsere Interpretation: Die von Lenovo übernommenen IBM-Leute und -Strukturen sind wesentlich teurer, als ihre chinesischen Pendants sind und drücken auf die Gewinnmarge.
Lenovos Consumer- und KMU-PCs
In der Präsentation zum Quartalsabschluss gibt es auch einige Hinweise auf die Desktop-Produkte von Lenovo (nicht ex-IBM). So gibt es den Yangtian-PC mit eingebauten Antiviren-Software, die mit einem einzigen Knopfdruck aktiviert werden kann. Und bei der "Fengxing"-Linie für Computerspieler kann man die CPU-Leistung regulieren. (Christoph Hugenschmidt)

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