"Leo is a good guy" - und andere Channel-Erkenntnisse

7. Oktober 2010, 09:02
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Channel-Konferenz: Alle reden (fast nur) von Cloud Computing. Dabei findet Marktforscher Steve Brazier den Begriff "private cloud" schlicht lächerlich.

Channel-Konferenz: Alle reden (fast nur) von Cloud Computing. Dabei findet Marktforscher Steve Brazier den Begriff "private cloud" schlicht lächerlich..
Gut 800 Top-ManagerInnen von Resellern (von ihnen immerhin über 10 aus der Schweiz), Distributoren und Herstellern treffen sich diese Woche im Luxus-Hotel Arts in Barcelona anlässlich der 'Canalys Channel Conference'. Nicht nur der Schreibende wird es als Jammer empfinden, dass die Konferenzteilnehmer trotz strahlender Sonne im Sous-Sol des Edelhotels im ehemaligen Industriegebiet am Strand der grossen Mittelmeer-Stadt eingesperrt sind.
Ein Jammer umso mehr, als die bisherigen Key-Notes einen nicht gerade vom Stuhl rissen. So hatte Eric Cador, der bei HP für das PC-Business im EMEA-Raum verantwortlich ist, zwar einen witzigen Auftritt, aber nicht viel Neues zu erzählen. Natürlich konnte er, der als Stellvertreter von Mark Hurd auftrat, nichts zum neuen HP-Chef Léo Apotheker zu sagen. Ausser eben: "Léo is a good guy".
Cador machte ansonsten noch einmal deutlich, dass HP sehr viel Hoffnung in das mit Palm übernommene Betriebssystem WebOS setzt und dass HP ("thats life") Reseller bei Gelegenheit nicht nur beliefern sondern auch konkurrenzieren wird. Und natürlich: Cador sprach auch über "Cloud Computing".
Über Technologie und Toiletten
Ein überaus optimistisches Bild der Zukunft des IT-Geschäfts zeichnete Canalys-Gründer Steve Brazier. Die ewige (und auch ewig beklagte) Schrumpfung der Handelsmarge könne der Channel bekämpfen, indem er alte Geschäfte sein lasse und sich neuen zuwende. So durchdringe IT nach dem Büro, den Haushalten und mobilen Geräten nun "alle Dinge" - was neue Chancen für Reseller eröffne. Brazier sprach von intelligenten Gebäuden und Road Pricing und erzählte von chinesischen Toiletten, die den "Output" der Benützer messen und (in Zukunft dann mal) grad einem Gesundheitsentrum melden.
"Cloud Computing" wird gemäss Brazier hingegen überschätzt. Canalys schätzt den weltweiten "Cloud"-Markt auf aktuell etwa 28 Milliarden Dollar ein, wobei die Online-Dienste von Microsoft, Google, Oracle und SAP den Löwenanteil ausmachen. Und überhaupt: Der Begriff "private cloud" sei so unklar, dass er lächerlich sei.
"Budgetieren sie optimistisch"
Der bekannte Marktforscher Brazier tauchte den europäischen Channel in ein rosiges Licht - fast hätte man meinen können, draussen am Strand und nicht im Keller des Arts zu sitzen. Reseller sollten optimistisch budgetieren und aber darauf achten, den Fokus vom sparenden Staat wieder auf die Privatwirtschaft zu richten. Doch der Trend zur Konzentration der Informatik in Rechenzentren (manchmal eben auch "Cloud Computing" genannt) führt gemäss Brazier halt doch zu massiven Veränderungen. Deals werden grösser und seltener ("There are big deals or no deals"). VARs müssen sich, so Brazier, nun ihre Rolle im Bau und Betrieb von RZ-Infrastrukturen suchen.
Ausserdem, so ein Tip des ehemaligen Gartner-Manns, solle man in die Mitarbeiter investieren. Gut ausgebildete Talente würden wieder knapp: "Invest in staff and make shure they are well rewarded." (Christoph Hugenschmidt)

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