Lernende Systeme bei Baloise

24. März 2017, 14:24
  • innovation
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Die Basler Versicherungen machen auf dem Weg zur digitalen Versicherung die nächsten zwei Schritte.

Die Basler Versicherungen machen auf dem Weg zur digitalen Versicherung die nächsten zwei Schritte. So wird die bisher Unternehmenskunden vorbehaltene Versicherung von Cyber-Risiken auf Privatkunden ausgeweitet. Darüber hinaus wird die Gegenstandsversicherung um die Möglichkeit der Foto-Erkennung erweitert. Wozu nach eigenen Aussagen EU-weit das erste "Pilotprojekt für die Versicherung mit Foto-Erkennung" läuft. Wie man in einer Mitteilung festhält, steckt dabei die Innovation nicht im Produkt – es geht um eine Gegenstandsversicherung, wie sie viele Versicherer anbieten – sondern im Prozess. Wer zum Beispiel eine Uhr versichern will, nimmt sie mit dem Smartphone auf und übermittelt dann das Foto an die Basler, die es direkt in den Vertrag druckt.
Die Basis für das Angebot kommt von zwei Startups. Kasko liefere die IT-Implementierung und Snapsure die Foto-Erkennungssoftware, heisst es weiter. Die intelligente, selbstlernende Software ist derzeit aber relativ dumm, weil sie nur die gängigsten Uhrenmodelle erkennt. Das begrenzt noch den Rückgriff auf die Foto-Erkennung. Vielfach muss man also zusätzlich zum Foto Markennamen und Typenbezeichnung eingeben, wie die Versicherung bestätigt. Im Laufe der Zeit wird sich das mit dem Wachsen des Stamms an Uhrenmarken und -modellen ändern, verspricht Baloise: "Mit jedem Foto erweitert die Software ihre Datenbank".
In Sachen Cyber-Versicherung für Privatkunden nehmen die Basler allerdings nur einen Trend auf, der sich derzeit auch bei anderen Schweizer Versicherern zeigt. So bestätigt Axa Winterthur auf Anfrage, dass man die bereits seit 2014 bestehende Möglichkeit, sich als Privatperson im Rahmen einer Rechtsschutzversicherung auch gegen Cyber-Risiken zu versichern, noch Ende März als eigenständiges Produkt auf den Markt bringen wird. Vorangegangen war hier die Mobiliar mit der Ankündigung, "ab April 2017 Privatpersonen einen umfassenden Versicherungsschutz für Cyber-Risiken" anzubieten. Die Baloise nennt als Beispiel ihrer Cyber-Versicherung das Sicherstellen der Löschung unliebsamer Bilder im Internet oder die Kostenübernahme beim Kreditkarten-Daten-Betrug bei Einkäufen über Internetplattformen. (vri)

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