Letzte Meile bleibt Zankapfel (Update)

7. Februar 2011, 11:16
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Sunrise und Swisscom reichen Beschwerde gegen ComCom-Entscheid ein.

Sunrise und Swisscom reichen Beschwerde gegen ComCom-Entscheid ein.
Der Telekommunikationskonzern Sunrise hat beim Bundesverwaltungsgericht eine Beschwerde gegen die von der Eidgenössischen Kommunikationskommission ComCom Mitte Dezember verfügten Preise für den Teilnehmeranschluss (TAL) und die Interkonnektionsgebühren eingereicht. Zwar habe die ComCom die Preise für den TAL mit Fr. 17.30 für 2009 repektive Fr. 16.70 (2010) etwas gesenkt, schreibt Sunrise in einer Mitteilung. Der Preis sei aber, gerade im Vergleich zum europäischen Mittel, nach wie vor zu hoch.
Die Kritik von Sunrise richtet sich gegen die Anwendung der sogenannten LRIC-Methode (Long-Run Incremental Cost) durch die ComCom beziehungsweise Swisscom. Diese würden bei der Preisberechnung eine vollständige Neubewertung der Netzinfrastuktur zu den aktuellen Baukosten vornehmen. Dieses Vorgehen führt gemäss Sunrise zu überhöhten und diskriminierenden Preisen, da sowohl die Kabelkanalisation als auch die Kupferkabel der letzten Meile grösstenteils vor Jahrzehnten gebaut wurden und längst abgeschrieben sind. Swisscom verrechne ihren Kunden damit Kosten, die ihr selbst gar nicht anfallen würden, heisst es weiter. Würde bei der Bewertung der Anlagen die Amortisation berücksichtigt, müsste Swisscom die Mitbenutzung ihres Netzes gemäss Sunrise zu erheblich tieferen Preisen anbieten, als von der ComCom festgelegt.
Update: Auch Swisscom hat inzwischen eine Beschwerde gegen den ComCom-Entscheid eingereicht und bemängelt, dass die Kommission einen wichtigen Grundsatzentscheid des Bundesverwaltungsgerichts zur LRIC-Berechnung nicht abgewartet hat. Beim ausstehenden Entscheid in Sachen Mietleitungskosten geht es darum, ob die Swisscom zur Kostenberechnung von der Neubewertung sämtlicher Anlagen ohne Berücksichtigung von Abschreibungen ausgehen kann oder, wie Sunrise meint, nur der Restwert der Anlagen in die Bewertungsmethode "LRIC" einfliessen darf. Diesem Entscheid, so Swisscom-Sprecher Carsten Roetz, komme eine "präjudizielle Wirkung" zu und er werde Auswirkungen auch auf die Entbündelungspreise haben. Es sei deshalb unverständlich, warum die ComCom das Urteil nicht abgewartet habe und bereits im Dezember neue Entbündelungspreise festlegte. (bt)

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