LibreOffice soll "ganz anders" werden

11. November 2010, 14:46
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Das Dokument soll das wichtigste werden, die Bürosoftware in den Hintergrund treten.

Das Dokument soll das wichtigste werden, die Bürosoftware in den Hintergrund treten.
Die "The Document Foundation" (TDF) hat am Dienstag erstmals konkreteres zu Entwicklungsplänen für ihre Open-Office-Abspaltung LibreOffice ab 2011 und darüber hinaus bekannt gegeben. Demnach glaubt man bei der Document Foundation an eine "komplett andere Zukunft" für das grundlegende "Paradigma" einer Bürosoftwaresuite, das in seiner jetzigen Form über 20 Jahre alt ist. Dieses werde in Zukunft auf dem einzelnen Dokument basieren, während die Software nur noch eine "Schicht" zur Präsentation und Bearbeitung darstelle.
"User lesen, schreiben, modifizieren und teilen Dokumente, und wollen ihre Aufmerksamkeit viel mehr auf Inhalte als auf Softwarefunktionen richten" erklärt dazu Italo Vignoni, seines Zeichens das älteste Mitglied des Steuerungsausschusses der Document Foundation. "Nach 20 Jahren an Funktionen orientierter Software ist es nun die richtige Zeit, wieder den Inhalt ins Zentrum der Aufmerksamkeit der User zu rücken."
Konkreter als diese noch eher philosophischen Überlegungen sind die gegenwärtigen Aktivitäten der laut TDF bereits rund 90 Entwickler, die an der OpenOffice-Abspaltung arbeiten. Die erste eigentliche LibreOffice-Version soll die Nummer 3.3 tragen und noch auf OpenOffice 3.3 basieren, dazu aber bereits viele Codeoptimierungen und diverse neue Features enthalten.
Gegenwärtig seien die Entwickler hauptsächlich damit beschäftigt, die Qualität des OpenOffice-Codes zu verbessern. Eine Priorität sei es dabei, Voraussetzungen für eine einfachere Testbarkeit und Qualitätssicherung zu schaffen.
Zusätzlich soll aber auch jedes einzelne Modul von LibreOffice in weiten Teilen neu geschrieben werden. Das Tabellenverarbeitungsprogramm "Calc" ist dabei das erste, für das auch eine komplett neue Kernengine entwickelt werden soll. Beim Textprogramm "Writer" und dem Präsentationsprogramm "Impress" soll vorerst vor allem an der Darstellungstreue, insbesondere bei Formatumwandlungen, gearbeitet werden.
Bei den meisten zukünfigen Neuerungen, so fasst die Document Foundation zusammen, werde es entweder um radikal neue Features oder um eine verbesserte Kompatibilität mit "der marktführenden Bürosuite", sprich Microsoft Office, gehen. Ein weiteres Ziel - die Foundation bereitet sich innerlich wohl bereits auf zukünftige Patentklagen seitens Oracle vor - sei die Reduktion der Abhängigkeit von Java-Code. (Hans Jörg Maron)

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