Licht und Schatten bei der Software AG Schweiz

2. Februar 2011, 10:06
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Der zuständige Vorstand für die deutschsprachige Region nimmt Stellung zum vergangenen Geschäftsjahr der hiesigen Software-AG-Niederlassung. Während das traditionelle Software-Business floriert, stagniert das SAP-Beratungsgeschäft.

Der zuständige Vorstand für die deutschsprachige Region nimmt Stellung zum vergangenen Geschäftsjahr der hiesigen Software-AG-Niederlassung. Während das traditionelle Software-Business floriert, stagniert das SAP-Beratungsgeschäft.
Die Software AG - nach SAP der zweitgrösste Software-Anbieter in Deutschland - hat kürzlich die Zahlen des vergangenen Geschäftsjahres veröffentlicht. Im Gespräch mit inside-it.ch erläutert Kamyar Niroumand (Foto), Bereichsvorstand DACH bei der Software AG, was bei der Software AG Schweiz im vergangenen Jahr gut lief - und woran man noch arbeiten muss.
Umsatz steigt nur leicht
Aufsehen erregte die Software AG Schweiz Anfang Jahr mit einem abrupten Chefwechsel. Niroumand betont erneut, dass die Trennung von Maurizio Conti einvernehmlich gewesen sei. "Conti war für das Produktgeschäft eingestellt worden. Mit der Integration des SAP-Beraters IDS Scheer stehen wir nun vor neuen Herausforderungen. Deshalb brauchten wir einen Spezialisten, der sowohl im Produkt- als auch im Consulting-Geschäft ein reiferes Know-how hat", sagt Niroumand.
Im traditionellen, margenträchtigeren Kerngeschäft der Software AG - Lösungen für das Management von Geschäftsprozessen - sei man letztes Jahr in der Schweiz erfolgreich gewesen, sagt Niroumand. Etwas schleppender verliefen hingegen die Consulting-Geschäfte, welche die Software AG mit dem Kauf von IDS Scheer ins Portfolio geholt hat. Insgesamt setzte die Software AG in der Schweiz im vergangenen Jahr um die 16 Millionen Euro um, was im Vergleich zum Vorjahr - bereinigt um IDS Scheer - einem leichten Wachstum entspricht. Das Unternehmen ist hierzulande profitabel. "Wir sind nicht unzufrieden, aber im Vergleich mit dem österreichischen und deutschen Geschäft hängt die Schweiz etwas hinterher", so Niroumand.
Diversifizierung
Angesichts der Tatsache, dass der Marktführer SAP in der Schweiz im klassischen ERP-Geschäft praktisch keine Wachstumsmöglichkeiten mehr hat, erstaunt es nicht, dass auch die SAP-Dienstleister zunehmend vor der Herausforderung stehen, ihr Geschäft zu diversifizieren. Niroumand: "Das SAP-Beratungsgeschäft stagniert, wir müssen vermehrt Zusatzlösungen für Prozessoptimierung anbieten." Die Aussicht auf Cross-Selling ist letztlich auch einer der Gründe dafür, weshalb die Software AG den SAP-Consulter IDS Scheer gekauft hat.
Gemäss Niroumand dürfte IDS Scheer in der Schweiz noch dieses Jahr mit der Software AG verschmolzen werden. Insgesamt beschäftigt man hierzulande rund 80 Personen, allerdings ist die genaue Zahl schwer abzuschätzen, weil nicht alle, die hier arbeiten, auch auf der Schweizer Gehaltsliste stehen.
Die Produkte der Software AG werden von vielen Schweizer Banken eingesetzt. Neu will das Unternehmen stärker im Versicherungsbereich wachsen. Eine logische Konsequenz, wenn man bedenkt, dass die Standardisierungswelle in der Schweizer Finanzbranche nunmehr auch die Assekuranz erreicht hat. Gesamthaft will die Software AG Schweiz im laufenden Jahr zweistellig wachsen. "Wir brauchen neuen Schub, müssen viel aggressiver vorgehen als bisher", sagt Niroumand. (mim)

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