Licht und Schatten bei Ingram Micro Schweiz

19. Februar 2009, 13:14
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2008 war das "erfolgreichste Jahr in der Geschichte". Doch auch in der Schweiz tritt Ingram Micro auf die Stellenbremse.

2008 war das "erfolgreichste Jahr in der Geschichte". Doch auch in der Schweiz tritt Ingram Micro auf die Stellenbremse.
Ingram Micro Schweiz konnte 2008 den Rekordumsatz von 2007 ungefähr halten, so der Schweizer Country Manager Joe Feierabend zu inside-channels.ch. Damit kam der weltweit grösste Distributor in der Schweiz auf einen Umsatz von ungefähr 400 Millionen Franken. Wegen der höheren Frachtkosten, die Ingram im Gleichtakt mit Also und Tech Data konsequenter weiter verrechnet hat, seien einige Kunden abgesprungen, so Feierabend. Generell habe sich Ingram aus dem "Low-Profit-Segment" zurückgezogen, fügt er an. Feierabend: "Wir haben bei gleich viel Umsatz die Profitabilität extrem gesteigert."
Was hingegen den Gewinn angeht, so habe Ingram Schweiz das erfolgreichste Jahr aller Zeiten hinter sich, freut sich Feierabend. Die Schweiz, so der hörbar stolze Distributions-Veteran am Telefon aus den Skiferien, sei bezüglich Bruttogewinn-Marge das drittstärkste Land im riesigen Konzern überhaupt und deshalb intern mehrmals lobend erwähnt worden.
Doch der Erfolg hat seinen Preis. So bezieht Ingram Micro heute einen Drittel der Lieferungen aus dem gigantischen Zentrallager in München und braucht deshalb weniger Leute in der Schweiz. Dieser Trend wird sich noch verstärken. "Wir werden die Produkte von weiteren kleineren Hersteller aus München liefern," so Feierabend.
Dies wird Jobs kosten: "Wir stellen uns auf härtere Zeiten ein," sagt Feierabend. Bereits 2008 hat man frei werdende Stellen nicht mehr besetzt und so ungefähr fünf Prozent der Stellen abgebaut. Dies wird man auch 2009 tun. Feierabend: "Wir werden Kosten senken und versuchen, Abgänge nicht zu ersetzen." Auch Entlassungen sind nicht auszuschliessen, lässt der Chef des Drittgrössten Distributors in der Schweiz durchblicken. (Christoph Hugenschmidt)

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