Lichtblicke am ICT-Ausbildungshorizont

18. August 2015, 10:25
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Zum Beginn des neuen Ausbildungs- und Studienjahres weisen erste Zahlen auf eine stabile oder wachsende Nachfrage nach ICT-Ausbildungsplätzen hin.

Zum Beginn des neuen Ausbildungs- und Studienjahres weisen erste Zahlen auf eine stabile oder wachsende Nachfrage nach ICT-Ausbildungsplätzen hin.
Während man beim Zürcher Lehrbetriebsverband ICT (ZLI) im Vergleich zum Vorjahr konstante ICT-Lehrlingszahlen ausweist, vermeldet die Fernfachhochschule Schweiz (FFHS) für das Herbstsemesters sogar ein Drittel mehr Neuimmatrikulationen als 2014. "Der stärkste Anstieg betrifft die Informatik-Studiengänge", betont man an der Hochschule. In den Regionalzentren Zürich, Bern, Basel und Brig starten 490 neue Bachelor- oder Master-Studierende und 129 Menschen starten mit einer Weiterbildung. Dies entspreche einer Zunahme von über 30 Prozent, wobei in den Studiengängen Informatik und Wirtschaftsinformatik der Zuwachs mit 135 neuen Studierende oder einem Plus von 40 Prozent besonders deutlich ausgefallen sei, wie die FFHS mitteilt. Begründet wird das Wachstum der FFHS mit dem "flexiblen berufsbegleitendem Modell". In der Informatik könne man aber erstmals auch Studierende in dem gemeinsam mit zehn Unternehmen aufgegleisten Praxisintegrierten Bachelor-Studiums (PiBS) begrüssen, wo inzwischen alle 26 Studienplätze vergeben werden konnten, wie Martin Sutter, Departementsleiter Informatik an der FFHS, zu inside-it.ch sagte.
Er hält denn auch fest, dass "die Massnahmen gegen den IT-Fachkräftemangel langsam zu fruchten scheinen". Im Bereich Informatik seien ab dem neuen Studienjahr insgesamt 313 Studierende eingeschrieben. Etwas verhaltener äussert sich ZLI-Geschäftsführerin Barbara Jasch. Man habe derzeit nahezu das Vorjahresniveau wieder erreicht, sagte sie zu inside-it.ch. Über 430 Lernende hätten in diesem Sommer die vierjährige Lehre als Informatiker oder Mediamatiker im Kanton Zürich angefangen. Dazu kommen noch 60 Lernende, die die IMS (Informatikmittelschule) besuchen und diejenigen, die eine andere schulisch organisierte Bildung aufnehmen, deren konkrete Zahlen dem ZLI aber noch nicht komplett vorliegen.
Jasch geht wieder von insgesamt "über 600 Lernenden" aus, nachdem im Vorjahr 633 Auszubildende die Arbeit aufgenommen haben. Das sei bereits ein Erfolg, weil man beim ZLI aufgrund fehlender geeigneter Nachwuchskandidaten und der aktuellen Wirtschaftsklage mit rückläufigen Zahlen gerechnet hatte, so Jasch. Allerdings sieht sie besonders im Bereich Mediamatiker Nachholbedarf bei den Betrieben. Während es bei den Informatikern vor allem an qualifizierten Bewerbern fehle, stünden für die Mediamatiker zu wenige Lehrstellen zur Verfügung. Jasch fordert denn auch insbesondere von digitalen Agenturen mehr Einsatz für die Ausbildung. Die Werbebranche müsse sich von der bisher bevorzugten Arbeit mit Praktikanten zumindest teilweise verabschieden und sich stärker als bisher in der Ausbildung engagieren.
Gleichzeitig weist Jasch aber daraufhin, dass der ICT-Bereich generell in der Schulausbildung zu wenig gefördert werde. Noch zu oft müssten interessierte Schüler wegen ungenügender Qualifikationen von den Lehrbetrieben abgelehnt werden: "In den Schulen hat sich in den letzten 10 Jahren viel zu wenig geändert". (vri)

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