Lichtblicke bei Sunrise

12. Mai 2016, 12:27
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Nachdem der zweitgrösste Telekom-Anbieter der Schweiz wegen dem Börsengang 2015 in tiefroten Zahlen versank, geht es im ersten Quartal 2016 mit einem Minigewinn wieder aufwärts.

Nachdem der zweitgrösste Telekom-Anbieter der Schweiz wegen dem Börsengang 2015 in tiefroten Zahlen versank, geht es im ersten Quartal 2016 mit einem Minigewinn wieder aufwärts.
Obwohl Sunrise im ersten Quartal 2016 im Vergleich zum Vorjahr einen Umsatzeinbruch von 8,8 Prozent auf 446 Millionen Franken hinnehmen musste, resultierte in den letzten drei Monaten erstmals wieder ein Reingewinn von sieben Millionen Franken. Im Vorjahresquartal war noch ein Minus von 167 Millionen Franken ausgewiesen worden. Diesmal habe sich das niedrige Zinsniveau positiv ausgewirkt, ebenso wie die nun weggefallen einmaligen Sonderkosten beim Börsengang und die letztjährige Schuldenrefinanzierung, so Sunrise.
Aber auch in Sachen Rentabilität konnten diesmal positive Zahlen ausgewiesen werden, was sich in Lichtblicken auf Stufe Ebita zeigte: Nach Abbau von Doppelspurigkeiten und Stellen legte der Betriebsgewinn im ersten Quartal 2016 um 1,6 Prozent auf 140 Millionen Franken zu. Sunrise spricht in einer Mitteilung von "Effizienzsteigerung", die einen Rückgang der Betriebskosten von 11,2 Prozent mit sich gebracht habe. Und nicht zuletzt die Digitalisierung habe dazu beigetragen, die Kostenbasis zu "optimieren".
Umsatztreiber schwächeln weiter
Dennoch bleibt das Telekom-Geschäft unter Druck. Denn beim Umsatz hat Sunrise nach eigenen Angaben gelitten, weil sowohl die Roaming-Preise als auch die Zahl der Prepaid-Kunden rückläufig sind. Heute würden noch 981'000 Kunden ihre Mobile-Gebühren im Voraus bezahlen. Das seien 109'000 oder rund zehn Prozent weniger Prepaid-Nutzer als im Vorjahr. Laut Sunrise zeichnet sich hier ein Trend ab, der nicht zuletzt von der Anschaffung eines zweiten Mobile-Abos für den Datenverkehr getrieben sei.
Weiter geschmälert haben die Umsätze aber auch "strukturelle Veränderungen" bei der Mobile- und der Festnetztelefonie. Wobei die Einbussen wie in den Vorjahresquartalen, die mit oder ohne subventioniertes Handy erhältlich sind. Dieser Faktor werde allerdings bis Ende 2016 an Wirkung verlieren, wie es weiter heisst.
Wachstum bei Mobile-Abos, Internet und TV
Insgesamt habe man bei einem sich verschärfenden Wettbewerb die genannten Umsatzverluste auch nicht mit den Zuwächsen bei den Mobile-Abos sowie im Internet- und TV-Geschäft wettmachen können. Denn man habe im Jahresvergleich 83‘700 neue Mobile-Kunden gewonnen, was einem Zuwachs von sechs Prozent entspricht, so dass heute insgesamt rund 1,42 Millionen Kunden auf Sunrise setzen würden. Zusätzlich sei die Anzahl der Internet-Kunden um 19'700 auf jetzt auf insgesamt 348'500 angewachsen (ebenfalls plus sechs Prozent) und neu habe man 25'400 Kunden für das TV-Angebot gewonnen (ein Plus von "soliden" 22 Prozent), das heute 140'000 Schweizer nutzen würden.
Ausblick
Wenig ambitioniert präsentiert sich Sunrise bei den Prognosen für das Gesamtjahr 2016. Musste für 2015 schon einen Umsatzrückgang von 4,8 Prozent auf 1,98 Milliarden Franken verbucht werden, wird sich daran in diesem Jahr wenig ändern. Denn der Telekom-Anbieter bestätigt, dass der Umsatz 2016 auf zwischen 1,89 Milliarden und 1,93 Milliarden Franken (weiter) schrumpfen wird. Auch das operative Ergebnis wird sich laut den Erwartungen von Sunrise von 627 Millionen Franken im 2015 leicht auf zwischen 600 Millionen und 620 Millionen Franken reduzieren. Bestätig wurde aber auch, dass übers ganze Jahr etwa 220 Millionen bis 230 Millionen Franken investiert werden sollen. (vri)

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