Lieferketten bremsen den Markt für Notebooks und Tablets aus

9. Februar 2021, 16:11
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Im ersten Halbjahr 2021 erwarten Marktforscher Lieferengpässe bei Komponenten. Dennoch sehen die Zahlen gut aus.

Die Notebook-Auslieferungen stiegen 2020 auf ein 9-Jahres-Hoch von 201 Millionen Einheiten. Das ist ein Wachstum von über 25% wie die Analysten von Digitimes Research berechnet haben. Die Hauptgründe für den Boom dürften im Homeoffice und Homeschooling zu suchen sein.
Zu ähnlichen Schlüssen waren die Marktforscher von Canalys kürzlich gelangt. Sie zeigten, dass sich das Wachstum des weltweiten PC-Marktes im letzten Quartal 2020 besonders beschleunigte, angetrieben durch den Absatz von Notebooks und mobilen Workstations.
Die Zahlen sind auch darum beachtlich, weil die Anbieter im Zuge der Pandemie mit Problemen in ihren Lieferketten zu kämpfen hatten. Im ersten Quartal 2020 war es zu Engpässen gekommen. Mit diesem Problem sind die Hersteller nun Anfang des neuen Jahres offenbar wieder konfrontiert.
Während Lieferengpässe den Markt kurzfristig noch etwas dämpfen würden, glaubt Canalys aber, dass die Beeinträchtigungen bis zur zweiten Hälfte 2021 behoben sein werden. Auch Digitimes Research berichtet davon, dass Hersteller an der Erweiterung ihrer Kapazitäten arbeiten würden. Quellen aus der Industrie würden auf fehlende Displays, LCD-Treiber und passive Komponenten hinweisen, berichtet das hauseigene Magazin.
Zu einschneidend sind die Unterbrechungen aber offenbar nicht. Für das laufende Quartal erwarten die Digitimes-Analysten einen Rückgang der Lieferungen von Notebooks um weniger als 10% im Vergleich zum 4. Quartal 2020. Das sei deutlich besser als die üblichen Abbremsungen im ersten Quartal.
Bei den Tablets wird ein Einbruch von 31% gegenüber dem vierten Quartal 2020 erwartet. Dies sei auch darauf zurückzuführen, dass die Hersteller ihre Auslieferungen letztes Jahr beschleunigt hätten, da sie in der ersten Jahreshälfte 2021 mit Chip-Knappheit rechneten. Besonders betroffen ist demnach Huawei. Der chinesische Hersteller ist hinter Lenovo, Amazon und TCL zurückgefallen und wird laut Digitimes Research im Tabletmarkt weiter ausgebremst.
Weltweit wurden 2020 nicht ganz 160 Millionen Tablets ausgeliefert, dies entspricht einem Plus von 2% gegenüber dem Vorjahr. 2021 hätten die Hersteller ihre Auslieferungsstrategie geändert: Wenn die knappen Komponenten eintreffen würden, werde umgehend ausgeliefert, heisst es von Digitimes Research.

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