Lieferverzögerungen bei Ingram Micro

19. September 2006, 15:46
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    Die Einführung eines neuen Lagerverwaltungssystems in Deutschland ist schief gelaufen. Auch Schweizer Reseller müssen mit Lieferverzögerungen rechnen.

    Die Einführung eines neuen Lagerverwaltungssystems in Deutschland ist schief gelaufen. Auch Schweizer Reseller müssen mit Lieferverzögerungen rechnen.
    Ingram Micro Deutschland kämpft derzeit mit Lieferschwierigkeiten. Dies berichtet heute 'ComputerPartner'. Schuld ist gemäss Gerhard Schulz, Vorstandsvorsitzender von Ingram Micro, das vor zehn Tagen eingeführte Lagerverwaltungssystem Viadat. Die deutsche Niederlassung des US-Distis hat die Software am Wochenende vom 9. zum 10. September eingeführt. Dabei kam es offensichtlich zu unerwarteten Schwierigkeiten.
    Etwa fünf Prozent der Lieferungen im Straubinger Hauptlager seien von den Umstellungsschwierigkeiten betroffen, sagte Schulz 'ComputerPartner'. Das Problem betrifft auch die Schweizer Niederlassung von Ingram Micro und damit auch Schweizer Reseller, denn seit einem Jahr bezieht Ingram rund 20 Prozent der Artikel aus Deutschland. Joe Feierabend, Managing Director von Ingram Schweiz, sagt gegenüber inside-channels.ch: "Wir informieren zurzeit unsere Kunden."
    Die Einführung des neuen Systems sei eine "komplexe Sache" und eine "Rieseninvestition", so Feierabend. Dass nun Probleme aufgetaucht sind, sei zwar "nervig", für die Schweiz aber "nicht so dramatisch", weil aus München hauptsächlich Supplies und Accessoires bezogen werden. Produkte von Key-Herstellern wie HP, Acer oder Microsoft sind weiterhin in Altishofen verfügbar. Die Lieferfrist "next day" für Ware aus Deutschland kann aber im Moment nicht garantiert werden.
    Schichtenanzahl erhöht
    Man habe das Problem schon kurz nach der Umstellung festgestellt, sagt Feierabend. Weshalb nun schon seit einigen Tagen daran gearbeitet wird. In Deutschland wurde die Schichtenanzahl erhöht. Laut Schulz wird bis auf weiteres sieben Tage die Woche à 24 Stunden gearbeitet. Das neue Lagerverwaltungssystem wurde nur in Deutschland eingeführt. Die Schweizer Niederlassung arbeite mit dem Ingram-ERP-System IMpulse.
    Noch ist nicht bekannt, wie lange es dauern wird, bis der Betrieb wieder normalisiert wird. "Ein grosser Teil der Ware", so Feierabend, könne im Moment innerhalb von 48 Stunden ausgeliefert werden. Dies sei aber keine Garantie. Schulz meint, dass es noch einige Tage dauern wird, bis der 24-Stunden-Lieferservice garantiert werden kann. Vom kompletten Leistungsumfang von Viadat könne Ingram wohl erst in einigen Wochen profitieren. (Maurizio Minetti)

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