Lob und Tadel für das Bundesamt für Informatik

18. Dezember 2014, 15:27
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Kunden bewerten die Leistungen des Bundesamts für Informatik zwar leicht besser als im Vorjahr. Doch sie ärgern sich über Software-Updates und die Performance von Office-Programmen, Computern und Netzen.

Kunden bewerten die Leistungen des Bundesamts für Informatik zwar leicht besser als im Vorjahr. Doch sie ärgern sich über Software-Updates und die Performance von Office-Programmen, Computern und Netzen.
Die verschiedenen Stellen der Bundesverwaltungen sind mit den Leistungen des Bundesamts für Informatik und Telekommunikation (BIT) zufriedener als vor einem Jahr. Dies geht aus dem aktuellen 'Eisbrecher' hervor, der Kundenzeitschrift des BIT. Mit einem Wert von 4,39 auf einer Skala von 1 bis 6 bewerten die Kunden die Leistungen des BIT allerdings nur leicht besser als im vergangenen Jahr.
Verglichen mit den zwei Jahren zuvor haben sich die Werte aber verschlechtert: 2011. Diese Note galt Ende 2011 als "ein klares Zeichen der Unzufriedenheit".
Der aktuelle Direktor Giovanni Conti hatte die Leitung des BIT Mitte 2011 übernommen. Eine Kritik an Conti lässt das BIT aber nicht gelten. Auf Anfrage von inside-it.ch hält das Bundesamt fest: "Vergleicht man die Jahre vor seinem Amtsantritt mit den vergangenen drei Jahren, ist der Index zwar kleineren Schwankungen unterworfen, bewegt sich im Grossen und Ganzen jedoch auf einem relativ stabilen Niveau." Dem BIT zufolge wurde im Jahr 2013 exakt derselbe Wert (4,43) gemessen wie im Jahr 2009.
Wie im aktuellen 'Eisbrecher' zu lesen ist, hat das BIT im letzten Jahr eine neue Berechnungsmethode eingeführt, die "grundsätzlichen Veränderungen im BIT" Rechnung tragen soll. So wurde die KUZU im Jahr 2013 sowohl nach der alten (4,43), als auch der neuen (4,37) Methode berechnet, um einen Referenzwert für dieses Jahr zu schaffen und vergleichen zu können. Da der diesjährige KUZU-Index im Vergleich zum letzten Jahr leicht gestiegen sei, gebe es keinen Anlass anzunehmen, dass er seit dem Amtsantritt von Conti sinkt, heisst es aus Bern.
Was User und Fachleute sagen
Wie dem 'Eisbrecher' weiter zu entnehmen ist, kritisieren Benutzer vor allem die zahlreichen Softwareupdates und die Performance der Office-Programme, Computer und Netze. "Das Betriebssystem ist schätzungsweise zu 80 Prozent mit sich selbst beschäftigt durch Virenschutz und Synchronisierung von allen möglichen Updates und Patches", kommentiert ein User. Ein anderer meint: "Ich bin nicht zufrieden mit den automatischen Updates, die schon dazu geführt haben, dass Computer neu gebootet wurden, auf denen Programme liefen, die man nicht hätte unterbrechen dürfen." Doch auch das Ausbleiben von Updates wird bemängelt: "Updates von Software wird zu wenig Beachtung geschenkt, so ist zum Beispiel der Internetbrowser schon seit längerer Zeit veraltet. Ich bekomme regelmässig von Internetseiten die Meldung, dass eine neuere Version installiert werden muss." Natürlich gibt es aber auch zufriedene User: "Dass die Software demnächst upgedatet wird, ist für mich ein grosses Plus."
Office-Programme, PCs und Netze sind vielen Usern zu langsam. So wird zum Beispiel die Aufstartzeit von Word und der langsame Datentransfer bemängelt. Zum IT-Support gibt es wie schon in den Vorjahren gemischte Meinungen.
Fachleute - Integrationsmanager, Projektauftraggeber und Leiter der bundesinternen ICT-Leistungserbringer – beurteilen die Leistungen des BIT mit der Note 4,08 hingegen leicht tiefer als im Vorjahr. Die Abläufe und Prozesse nach der Neuausrichtung des BIT seien noch nicht institutionalisiert, heisst es etwa. Gewisse Abläufe seien spürbar schneller geworden. Änderungen bei den Verantwortlichkeiten machen gewissen Kunden aber zu schaffen: "Die neue Organisation führt zu Unklarheiten und Reibungsverlusten." Es gebe Anliegen, die sehr speditiv bearbeitet werden und andere, "deren Bearbeitung viel zu viel Zeit in Anspruch nimmt." Auch unter den Fachleuten zeigen einzelne Kommentare, dass die Veränderungen im BIT Positives bewirkt haben. So findet ein Kunde, dass "die Leute in ihren meist neuen Funktionen sehr engagiert sind."
Direktor Giovanni Conti schreibt im Editorial des 'Eisbrechers', man habe dieses Jahr an der Konsolidierung der neuen Organisation gearbeitet: "Viele Prozesse konnten geschärft werden. Fortlaufend wurden auch kleine Anpassungen und Korrekturen im neuen BIT vorgenommen. Eine neue Organisation reift nicht über Nacht." Dieser Prozess brauche Zeit und Energie. (mim)

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