Lockmail-Betrüger kriegt 376 Jahre Gefängnis

14. Februar 2006, 10:41
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Sie kennen sicher die Variante der Spam-Mails im Stile von "Ich habe 20 Millionen Dollar geerbt/im Keller gefunden/beim Glücksspiel gewonnen usw.

Sie kennen sicher die Variante der Spam-Mails im Stile von "Ich habe 20 Millionen Dollar geerbt/im Keller gefunden/beim Glücksspiel gewonnen usw. und möchte die nun, mit ein bisschen Hilfe von Ihnen und gegen Beteiligung, versteht sich, ausser Landes schaffen."
Ein mutmasslicher Urheber solcher Mails ist nun in Nigeria zu einer happigen Strafe von 376 Jahren Gefängnis verurteilt worden. Das bedeutet für den Mann, dass er mit einiger Bestimmtheit den Rest seines Lebens hinter Gittern verbringen muss.
Dem Verurteilten, so befand das Gericht, war es gelungen, einen US-Bürger um immerhin mehr als 1,9 Millionen Dollar zu erleichtern, welche dieser im Voraus bezahlte, um den versprochenen Transfer von 20,45 Millionen Dollar, von denen ihm einen grosser Teil versprochen worden war, zu ermöglichen.
Der Geschäftsmann aus den USA hatte anscheinend nach dem ersten Lockvogel-Mail, obwohl eigentlich skeptisch, Kontakt aufgenommen und sich dann im Laufe von über hundert Telefongesprächen und durch gefälschte Dokumente überzeugen lassen.
Vor allem die Telefongespräche führten nun zur Verurteilung. Die Telefonnummer des Betrogenen war beim Angeklagten gefunden worden, und zudem identifizierte ihn der übers Ohr gehauene Geschäftsmann aufgrund seiner Stimme.
Die Verteidigung des Angeklagten, die Identifikation stimme nicht und die Telefonnummer habe er zufällig auf einem noch eingeschalteten PC in einem Internet-Café gefunden, beeindruckte den Richter nicht. (hjm)

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