Löhne stagnieren und ICT-Nachwuchs fehlt

6. Oktober 2010, 10:03
  • politik & wirtschaft
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Im Gegensatz zum letzten Jahr weist die jetzt vorliegende 29. SwissICT-Salärstudie keinen realen Anstieg der Saläre aus, zeigt aber, dass die Überalterung in der Branche anhält.

Im Gegensatz zum letzten Jahr weist die jetzt vorliegende 29. SwissICT-Salärstudie keinen realen Anstieg der Saläre aus, zeigt aber, dass die Überalterung in der Branche anhält.
Die aktuelle Ausgabe der schon zum 29. Mal durchgeführten Salärumfrage des Branchenverbands SwissICT zeigt ein interessantes Bild. Während die durchschnittlichen Löhne von Berufsleuten in der ICT letztes Jahr – trotz Krise – merklich anstiegen, gab es dieses Jahr – trotz wirtschaftlicher Erholung – kaum einen weiteren realen Anstieg. Diese Erkenntnis passt beispielsweise recht gut zur Analyse des IT-Personalvermittlers Gulp, laut derer die Stundenansätze für IT-Freelancer 2010 sogar leicht rückläufig waren.
Das in der Salärumfrage errechnete "durchschnittliche" Basiseinkommen von ICT-Spezialisten in der Schweiz von heuer 117'000 Franken ist nominell zwar um 1,71 Prozent (2009 waren es noch 115'000 Franken pro Jahr) gestiegen, real aber stagniert es. Angesichts der derzeitigen Teuerung von 1,5 Prozent (der Landesindex der Konsumentenpreise stieg von 108,7 auf 110,2 Punkte), so heisst es in SwissICT-Salärstudie, seien die Löhne damit "unwesentlich" gestiegen. Nicht anders sieht es bei den Gesamteinkommen aus – also inklusive der Lohnanteile aus Erfolgsbeteiligungen und Boni. Die haben sich nominal ebenfalls um 1,7 Prozent auf 130'000 Franken erhöht. Im letzten Jahr war trotz der Krise noch einen Lohnsteigerung von 2,5 Prozent erreicht worden.
Überdurchschnittlich gestiegen sind allerdings die Löhne der Einsteiger beziehungsweise "ICT-Juniors", die durchschnittlich 81‘000 Franken und mit Boni und Zulagen 88‘175 Franken verdient haben, und damit also bis zu acht Prozent Lohnsteigerung erreichen konnten. Die gemittelten Saläre der "Professionals" lagen zuletzt mit 101‘400 beziehungsweise 109‘000 Franken knapp zwei Prozent über dem Vorjahr. Ähnlich sieht es bei einem durchschnittlichen Senior aus, der 121‘067 respektive 133‘220 Franken einstreichen und damit um rund drei Prozent zulegen konnten.
Die diesjährige Erhebung – an der sich auch der GRI (Groupement Romand de l’Informatique) beteiligte – basiert auf den Angaben zum Stichtag 1. Mai 2010 von 284 Unternehmen, die insgesamt 21'910 Saläre ihrer ICT-Angestellten zur Auswertung zur Verfügung stellten.
Der Nachwuchs bleibt weiter aus
Einmal mehr weist die Studie überdeutlich auf die fortschreitende Überalterung in der Branche hin. Während der Frauenanteil seit 2007 von 11,98 auf derzeit 12,52 Prozent immerhin leicht gestiegen ist, schrumpfte der Anteil der unter 29-Jährigen insgesamt von 14,2 Prozent im Jahr 2003 auf derzeit noch 10,4 Prozent. Nicht besser wird das Bild, wenn man die über 40-Jährigen hinzu nimmt, gehören dieser Altersklasse doch inzwischen schon 60,0 Prozent der ICT-Spezialisten an, wobei der Anteil der über 49-Jährigen 21,8 Prozent beträgt. Damit wird einmal mehr klar, dass in den kommenden Jahren mehr ICT-Fachkräfte in Pension gehen werden, als junge Spezialisten nachrücken, konstatiert die Studie. (vri)
Die SwissICT-Salärumfrage 2010 kann ab sofort als Buch für 280 Franken bei SwissICT von den beteiligten Unternehmen bezogen werden.

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