Löhne steigen schneller – ICT-Unternehmen müssen Lohnbudgets erhöhen

13. Juni 2007, 09:40
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Lohntüten werden fetter, mehr und schnellere Beförderungen: IT- und Telekom-Arbeitgeber öffnen ihre Lohnportemonnaies weiter...In der Schweiz allerdings weniger als in den Nachbarländern.

Lohntüten werden fetter, mehr und schnellere Beförderungen: IT- und Telekom-Arbeitgeber öffnen ihre Lohnportemonnaies weiter...In der Schweiz allerdings weniger als in den Nachbarländern.
Gemäss einer jährlich durchgeführten Studie des Management-Beratungsunternehmens Towers Perrin wird sich dieses Jahr ein grosser Teil der Mitarbeitenden in der IT- und Telekommunikationsindustrie Europas über höhere Löhne freuen können. Weitherum und auch in der Schweiz erhöhen die Arbeitgeber ihre Lohnbudgets. Hierzulande rechnen die Verantwortlichen durchschnittlich mit einem Zuwachs der Lohnbudgets von 2,9 Prozent. Letztes Jahr lag dieser Zuwachs bei 2,5 Prozent. Nach Abzug der Inflationsrate dürfte die reale Lohnsteigerung in der Schweiz gemäss dem "EMEA Compensation Planning Report: ICT" von Towers Perrin dieses Jahr rund 1,4 Prozent betragen.
Nur drei Prozent der IT- und Telekomunternehmen wollen auf eine reguläre Gehaltserhöhung verzichten, und mehr als die Hälfte rechnen mit einer grösseren Erhöhung als vor einem Jahr. Die absoluten Lohnerhöhungen sollen sich mit Werten von 2,5 bis 2,7 Prozent ziemlich gleichmässig auf alle Hierarchiestufen verteilen, wobei allerdings eine grosse Mehrheit der Unternehmen (90 Prozent) angibt, dass die individuellen Erhöhungen stark (71 Prozent) oder sogar ausschliesslich (19 Prozent) von der Leistung abhängig sein werden.
Ein Teil dieser leistungsabhängigen Lohnerhöhung wird über mehr und raschere Beförderungen als bisher erfolgen – dies erklärt auch, wieso das Wachstum der totalen Lohnbudgets mit 2,9 Prozent höher liegt als die oben erwähnten Durchschnittswerte in den einzelnen Hierarchiestufen.
Die Schweiz liegt allerdings in Bezug auf die Gehaltserhöhungen in der ICT-Industrie im Vergleich mit den anderen europäischen Ländern ganz weit hinten, nur in Slowenien plant man noch kleinere Lohnerhöhungen. Wesentlich stärker ist das Lohnwachstum naturgemäss in den osteuropäischen Ländern, wo zum Beispiel in Rumänien und Russland zweistellige Werte erreicht werden. (siehe Grafik)
Auch in den umliegenden Ländern wachsen gemäss Towers Perrin die absoluten Vergütungen deutlich schneller als in der Schweiz. In Deutschland und Österreich beträgt das Lohnwachstum 3,5 Prozent, in Italien 3,6 und in Frankreich 3,7 Prozent. Im zunehmenden Kampf um IT-Fachleute vor allem innerhalb der deutschsprachigen Länder bleiben die Spiesse allerdings etwa gleich lang, wie bisher: Nach Abzug der Inflation ist die realen Lohnerhöhung, mit Ausnahme von Frankreich, nur unwesentlich stärker als in der Schweiz. (Hans Jörg Maron)

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