Logicare will Marktpräsenz deutlich ausbauen

22. Januar 2016, 16:38
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Der Spezialist für Spitalinformatik will weitere Outsourcing-Kunden gewinnen.

Der Spezialist für Spitalinformatik will weitere Outsourcing-Kunden gewinnen.
Das zehnjährige Bestehen haben die Spitalinformatik-Spezialisten von Logicare für ein Bekenntnis zur Marktöffnung genutzt. Wie Stefan Steiner, seit wenigen Tagen mit dem Verwaltungsrat ausgeschieden und auch seine Firmenanteile an die Logicare-Aktionäre verkauft hatte.
"License to grow"
Die Spekulation, Diener sei zurückgetreten, weil er eine Wachstumsstrategie angestrebt habe, die mit der bestehenden Eignerstruktur nicht umzusetzen gewesen sei, weisst Steiner von sich.
In einem ähnlich gelagerten Fall suchte der Krankenkassenspezialist Centris neue Besitzer, um um eine Wachstumsstrategie einschlagen zu können..
Richtig sei vielmehr, so Steiner, dass er genau mit diesem Auftrag vom Verwaltungsrat beauftragt worden sei. Und er freue sich darauf, mit der Forcierung der Marktöffnung neue Kunden zu gewinnen.
"IT-Selbsthilfeorganisation"
Logicare war 2006 gewissermassen als IT-Selbsthilfeorganisation von den Spitäler Limmattal, Zimmerberg, Wetzikon AG und der Uniklinik Balgrist mit 30 Mitarbeitern an den Start gegangen. Gründe waren damals insbesondere die wachsenden Anforderungen und die zunehmende IT-Komplexität. Sie hätten den beteiligten Spitälern auf Dauer nicht mehr garantiert, ihre IT wirtschaftlich in der nötigen Qualität sicherzustellen. Heute steht Steiner 86 IT-Spezialisten vor, die mehr als 6‘000 IT-basierte Arbeitsplätze betreuen.
Das Dilemma von damals scheint sich allerdings kaum gewandelt zu haben. Denn insbesondere kleine und mittlere Spitäler, sagt Steiner, stehen auch heute wieder vor dem Problem, ihre IT angesichts wachsender regulatorischer Anforderungen und einem erheblichen Kostendruck zu betreiben. Er verweist in diesem Zusammenhang auf das 2017 zur Einführung anstehende Bundesgesetz über das elektronische Patientendossier (EPDG). In dieser Situation stelle sich in den Spitälern immer öfter die Frage "make or Buy"? Genau hier sei jedoch Logicare mit seinen beiden Rechenzentren bestens positioniert und das Outsourcing ein veritabler Ausweg aus der Sackgasse geworden.
Eigene Spital-ERP-Lösung
Unter anderem gehöre man zu den ersten Anbietern, die im Gesundheitswesen den "as a Service"-Gedanken aufgenommen haben. Als Beispiel erinnert Logicare hier an die vor etwa einem Jahr gemeinsam mit drei Spitälern entwickelte hochstandardisierte ERP-Lösung. Sie funktioniere nicht nur einwandfrei, sondern habe auch die prognostizierten Effizienzgewinne erreicht. Hinzu komme, dass Logicare vielfach auch personell noch über Spitalerfahrung verfüge, betont Steiner. Man könne also als Systemintegrator mit seinem Spezialwissen auftrumpfen und führe unter anderem auch entsprechnde Schulungen durch, wie er ergänzt. Es ist denn auch genau dieses Plus, neben dem IT-Wissen auch die Kompetenzen im Spitalwesen, mit denen Steiner Logicare in die nächste Dekade führen will. Da der Verwaltungsrat hinter ihm stehe, kann er sich eine Blockade beim weiteren Ausbau durch Eignerinteressen nicht vorstellen und betont stattdessen, "wir sind sehr offen für potentielle Neukunde". (vri)

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