Logitech stampft diverse Produktlinien ein

24. Januar 2013 um 11:25
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"Unakzeptable" Geschäftszahlen: Logitech trennt sich von "nicht strategischen" Produktlinien, vor allem im UE-Bereich.

"Unakzeptable" Geschäftszahlen: Logitech trennt sich von "nicht strategischen" Produktlinien, vor allem im UE-Bereich.
Logitech hat ein weiteres enttäuschendes Quartal hinter sich. Der Umsatz schrumpfte im dritten Quartal seines Geschäftsjahrs 2013, das am 31. Dezember endete, verglichen mit dem Weihnachtsquartal 2011 um 14 Prozent auf 615 Millionen Dollar. Das ist der tiefste Umsatz in einem Weihnachtsquartal seit 2006. Aufgrund des Abschreibers von 211 Millionen Dollar musste Logitech insgesamt einen Nettoverlust von 195 Millionen Dollar verbuchen.
Weg mit Fernbedienungen, Überwachungskameras, Lautsprecherdocks, Konsolenperipherie
Bracken Darrell, der gegenwärtige Chef des Peripherie- und Zubehörherstellers mit Westschweizer Wurzeln, nannte das Quartalsresultat klipp und klar "unakzeptabel". Nun will er einigen Ballast, beziehungsweise Produktlinien, die "nicht mehr zur aktuellen Strategie passen", über Bord werfen, um den Ballon wieder zum steigen zu bringen. Logitech hat laut Darrell bereits damit begonnen, Käufer für sein Geschäft mit universellen Fernbedienungen (Harmony-Fernbedienungen) sowie digitaler Videosicherheit (Überwachungskameras und dazugehörige Software) zu finden. Einige weitere Produktelinien, darunter Lautsprecherdocks und Peripherie für Spielkonsolen, sollen bis Ende 2013 sang- und klanglos eingestellt werden.
Im PC-Peripheriebereich will Logitech auch weiterhin stark bleiben. Wachstumsaussichten wittert das Unternehmen aber vor vor allem bei Zubehör für Tablets und Smartphones. Im Tabletbereich, so Darrell, habe sich der Umsatz in den letzten Monaten verdreifacht.
Stellenstreichungen wurden zwar von Logitech in den Kommentaren zu den Quartalszahlen nicht erwähnt, die Massnahmen dürften aber wohl auch einige Jobs kosten. Darrel erklärte, dass man signifikante weitere Kosteneinsparungen über die 80 Millionen Dollar hinaus erhoffe, welche die im vergangenen Juni angekündigten Restrukturierungsmassnahmen bringen sollen. Neben der Trennung von den erwähnten Produktlinien werde man zudem auch weitere Möglichkeiten für Kostensenkungen suchen.
Channel hat Lagerbestände reduziert
Der Umsatz von Logitech hat in allen Weltregionen nachgelassen, besonders stark aber, nämlich um ein Fünftel, in der Region EMEA. Dazu haben auch die vorsichtig agierenden Channelpartner beigetragen, die ihre Lagerbestände reduziert haben. So ging der Endkundenumsatz zwar nur um 10 Prozent zurück, der Gesamtumsatz mit Channelpartnern aber um 18 Prozent. (Hans Jörg Maron)

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