Logitech und die Mausefalle Tablet

25. August 2011, 15:03
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Nach einem tiefen Einbruch will der zuvor jahrzehntelang erfolgsverwöhnte schweizerische-amerikanische Logitech-Konzern nun wieder auf den Wachstumspfad gelangen - als "Schnittstelle zwischen Mensch und digitaler Umwelt".

Nach einem tiefen Einbruch will der zuvor jahrzehntelang erfolgsverwöhnte schweizerische-amerikanische Logitech-Konzern nun wieder auf den Wachstumspfad gelangen - als "Schnittstelle zwischen Mensch und digitaler Umwelt".
"Tablets werden Logitech nicht töten", hatte diesen Frühling Logitech-CEO Guerrino De Luca in einem inside-it.ch-Interview beschworen. Da gibt ihm der gegenwärtige Aufwärtstrend des Logitech-Aktienkurses recht, doch dies kann die Tatsache nicht aus der Welt schaffen, dass die Wachstumsexplosion der Tabletrechner mit ihren Touchscreens zu einer höchst wirkungsvollen Mausefalle geworden ist, die das Geschäft mit Computermäusen - das Logitech seinerzeit zum Marktführer bei den Computer-Accessoires aufsteigen liess - praktisch zum Erliegen gebracht hat.
Bei der Vorstellung neuer Logitech-Produkte, die im kommenden Monat in die Läden kommen werden, machte Logitech-Europa-Chef Junien Labrousse erstmals konkrete Angaben zur Beziehung von Logitech zum Tablet- und Smartphone-Markt.
Drei Entwicklungsgrundlagen
Nach Labrousse bilden drei Produktkategorien die Grundlagen zu den Entwicklungen von Logitech: Die Notebooks, die Tablets und die Smartphones, wobei "die Schnittstelle zwischen Mensch und digitaler Umwelt" das Kerngeschäft von Logitech ist.
Labrousse sieht das Fernsehgerät mit seinem grossen Flachbildschirm als Herzstück des digitalen Heims, in dem im Internet gesurft, in sozialen Netzwerken gespielt, Musik angesteuert, Fotos angeschaut sowie Videos und Fernsehen konsumiert werden. Logitech bietet in diesem Zusammenhang einen ganzen Katalog von Zubehör, von Fernsteuerungen, Kameras und Audiogeräten an.
Desktop-PC und das Notebook werden als weitverbreitete berufliche Arbeitsinstrumente gesehen, die trotz den jüngsten Entwicklungen im Bereich der mobilen Rechner ihren Platz behaupten werden. Zwar verändern sich die Bedürfnisse der Benutzer auch im geschäftlichen Umfeld, doch Logitech erwartet, dass weiterhin Bedarf für entsprechendes Zubehör bestehen wird und sich hier neue Geschäftsfelder, etwa im Bereich des Videoconferencing, eröffnen werden.
Tabletrechner und Smartphones werden den Bereichen Mobilität und Unterhaltung zugeordnet. Labrousse betont: "Das Notebook ist nicht tot", es habe vielmehr ob dem Hype um die neuen Trägersysteme - also Tablets und Smartphones - seine Vorrangstellung im Mobilbereich abgegeben.
Rosige Bedarfsaussichten
Gestützt auf Marktbeobachter wie Gartner und Display Search schätzt Logitech bis 2015 für die Region EMEA folgende zusätzliche Auslieferungszahlen:
- 92 Millionen TV-Geräte
- 152 Millionen Notebooks
- 120 Millionen Tablets
- 120 Millionen Smartphones
In eigenen Erhebungen hat Logitech festgestellt, dass Benutzer von Tabletrechnern im Schnitt 3,5 Accessoires verwenden, also externe Tastaturen, Kopfhörer und Standfüsse. Bei Notebooks kommen durchschnittlich 2,7 Accessoires zum Einsatz und bei Smartphones sind es noch 1,8 Accessoires.
Dazu wurden die Kaufabsichten der Benutzer untersucht, und auch hier sieht es für Logitech-Produkte vielversprechend aus, denn 81 Prozent aller Benutzer wünschen sich ein Headset, 26 Prozent eine externe Tastatur und gleich viele einem Audio/Video-Stand.
Das Benutzerverhalten verändert sich
In einer eigenen Umfrage hat Logitech erstaunliche Ergebnisse zur Benutzung von Tablets ermittelt. So werden Tabletrechner zwar zu 79 Prozent am Schreibtisch verwendet, aber fast gleich oft, nämlich zu 77 Prozent, im Bett oder auf dem Sofa. Der Tableteinsatz in der Küche erreicht immerhin noch 58 Prozent. Unterwegs klappen Tabletbenutzer ihr Gerät zu 24 Prozent im Zug auf und zu 24 Prozent an öffentlichen Orten, wie in Restaurants oder Cafés.
Erstaunlicherweise sind ausgerechnet die sonst als eher konservativ geltenden Schweizer Spitzenkunden von Logitechs Tabletaccessoires, sie haben im ersten Quartal 2011 nicht weniger als 30 Prozent zum Absatz dieser Produkte in Europa beigetragen. (Gregor Henger)

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