Logitech zwischen Subprime-Krise und Gewinnexplosion

18. Oktober 2007, 13:13
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CEO Guerrino De Luca wird Verwaltungsratspräsident und ersetzt damit den Logitech-Gründer Daniel Borel. Abschreiber von bis zu 75 Millionen Dollar wegen US-Hypothekenkrise. Nach einem schwachen ersten Quartal ist Logitech wieder auf Wachstumskurs.

CEO Guerrino De Luca wird Verwaltungsratspräsident und ersetzt damit den Logitech-Gründer Daniel Borel. Abschreiber von bis zu 75 Millionen Dollar wegen US-Hypothekenkrise. Nach einem schwachen ersten Quartal ist Logitech wieder auf Wachstumskurs.
Logitech wuchs im vergangenen zweiten Quartal zwar wieder stärker als im ersten Quartal dieses Geschäftsjahres, doch der schweizerisch-amerikanische Hersteller von Consumer-Produkten (vor allem Mäuse, aber nicht nur) ist überraschend ein Opfer der Subprime-Krise, die im Sommer die internationalen Finanzmärkte erschüttert hat, geworden. Bei einem Wachstum des Umsatzes um 19 Prozent auf 595 Millionen Dollar resultierte ein Betriebsgewinn von 80,4 Millionen Dollar (+ 54 %). Die Bruttomarge verbesserte sich gegenüber dem Vorquartal (33,7 %) wie auch gegenüber dem Q2 des Vorjahres (34,5 %) auf 36,3 Prozent. Im Webcam-Bereich, der in den vergangenen Monaten litt, machte Logitech wieder Fortschritte.
Weil der genaue Abschreibungsbedarf noch nicht ermittelt ist, konnte Logitech noch keinen Reingewinn bekannt geben. Er soll in drei Wochen nachgereicht werden. Logitech rechnet mit Abschreibern von 55 bis 75 Millionen Dollar auf Finanzanlagen. Den Wertberichtigungsbedarf hat sich Logitech durch unbewilligte Engagements des "Kassiers" in strukturierten Finanzprodukten eingehandelt. Die zuständige Person sei entlassen worden.
Wechsel an der Spitze
Ob der CEO-Wechsel, der von Logitech heute angekündigt wurde, in diesem Zusammenhang steht, ist nicht bekannt. Der bisherige Präsident und CEO Guerrino De Luca tritt nach fast zehn Jahren in dieser Funktion ab und übernimmt per 1. Januar 2008 den Vorsitz des Verwaltungsrates. Bisher war Logitech-Mitbegründer Daniel Borel Verwaltungsratspräsident von Logitech. Er wird ab 1. Januar nur noch Mitglied des Verwaltungsrates sein. Neuer CEO wird Senior Vice President of worldwide Sales and Marketing, Gerald P. Quindlen (Bild). Der 48-Jährige stiess vor zwei Jahren nach einer langen Karriere bei Eastman Kodak zu Logitech. Er soll ebenfalls Verwaltungsratsmitglied werden. De Luca wird in einer Mitteilung mit der Aussage zitiert, er sei der Meinung, dass ein CEO bei Logitech nie länger als zehn Jahre im Amt sein sollte.
Logitech geht für das laufende Geschäftsjahr weiterhin von einem Umsatzwachstum von 15 Prozent aus. Die Prognose für das Betriebsgewinn-Wachstum wurde von 15 auf 20 Prozent angehoben. (mim)

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