Looker: Wir bleiben offen gegenüber allen Clouds

18. Februar 2020, 15:10
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Trotz der Übernahme durch Google soll die BI-Lösung ihre Unabhängigkeit bewahren.

Kurz nachdem die britische Competition and Markets Authority (CMA) als letzte Marktaufsicht grünes Licht gegeben hatte, hat Google Compute seine im letzten Juni angekündigte Übernahme von Looker abgeschlossen.  Die Übernahme, die Google 2,6 Milliarden Dollar gekostet hat, werde den Analytics- und Data-Warehouse-Bereich der Google Cloud stärken, einschliesslich BigQuery, sagte dazu Thomas Kurian, CEO von Google Cloud Compute.
Allerdings war eine der bisherigen Stärken von Looker seine Unabhängigkeit in Sachen Datenquellen. Und der CEO von Looker, Frank Bien, beeilte sich zu betonen, dass dies auch so bleiben soll: "Looker-Kunden werden weiterhin die Freiheit haben, jedes Cloud-Datenmanagement-System zu verwenden, einschliesslich Amazon Redshift, Azure SQL, Snowflake, Oracle, Microsoft SQL Server, Teradata und anderen."
Die britische Marktaufsicht kümmerte sich übrigens unter anderem um die Frage, ob das Zusammengehen von Google und Looker zu einer übertriebenen Marktmacht im BI-Bereich führen könnte. Angesichts einer weiterhin grossen Anzahl von Konkurrenten wie Microsoft, Oracle, Tableau, SAP oder IBM kam man aber zum Schluss, dass dies nicht der Fall sein werde. Auch dafür, dass Google versuchen könnte, Konkurrenten den Zugang zu Daten aus der Google-Cloud zu erschweren, sieht die CMA keine Indizien.
Looker wurde 2011 gegründet und hat weltweit rund 1700 Kunden, darunter Amazon, IBM, Kickstarter, Sony, Spotify oder Yahoo. Looker gehört auch zu den Applikationen, deren Verbreitung in Unternehmen gegenwärtig schnell zunimmt
'CBR' zitiert in einem Bericht einige Erklärungen des Marktforschungs-Unternehmens Gartner, warum dies so ist. 
So sagt Gartner, dass die Unterstützung verschiedener Cloud-basierter Analytics-Datenbanken wie Amazons Redshift und Athena, Snowflake oder Googles BigQuery anstelle einer eigenen Datenbank ein wichtiges Alleinstellungsmerkmal für Looker sei. Ein weiterer wichtiger Pluspunkt sei seine hohe Skalierbarkeit für Abfragen über sehr grosse Datenbestände hinweg. Ein Nachteil von Looker hingegen sei es, so Gartner, dass die Lösung von den Usern Programmierkenntnisse verlangt, so dass ihrer Verwendung in Unternehmen Schranken gesetzt sind.

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