LTE: Orange will erst mal "evaluieren"

31. Mai 2012, 13:13
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Orange konnte im ersten Quartal dieses Jahres den Umsatz leicht und denn Gewinn markant steigern, wie die Nummer 3 im Schweizer Telekommarkt heute mitteilt.

Orange konnte im ersten Quartal dieses Jahres den Umsatz leicht und denn Gewinn markant steigern, wie die Nummer 3 im Schweizer Telekommarkt heute mitteilt. Orange setzte 306 Millionen Franken um (+ 2,7 Prozent) und verdiente vor Steuern, Abschreibungen, Wertberichtigungen und Zinsen (EBITDA) 86,5 Millionen Franken, 31 Prozent mehr als vor einem Jahr. Der starke Anstieg beim operativen Gewinn sei vor allem auf die starke Reduktion der Kosten für Interconnection zurückzuführen, so Orange-Schweiz-Chef Tom Sieber heute Morgen an einem Medienanlass in Zürich. "Wir haben die Zone 3 aus Orange Me herausgeworfen," sagte Sieber. In der Zone 3 sind viele Länder Osteuropas und Hong Kong und Japan.
Wie schon diesen Februar sprach Sieber davon, Orange habe nach relativ schlechtem Geschäftsgang 2010 und im ersten Halbjahr 2011 den "Turnaround" geschafft. Orange sei nun wieder auf Wachstumskurs.
"Wegen LTE nicht unter Druck"
Sieber machte in seiner Präsentation keine Aussage zur langfristigen Strategie des neuen Besitzers von Orange Schweiz, der Beteiligungsfirma Apax Partners, die immerhin zwei Milliarden Franken hingeblättert hat. Dies im Gegensatz zu Sunrise-Besitzer CVC Capital, der keinen Hehl daraus macht, dass er Sunrise in drei bis fünf Jahren an die Börse bringen will.
Orange will in den nächsten fünf Jahren ungefähr 700 Millionen Franken investieren, so Sieber. Ob dies ausreicht, um das Netzwerk auf die nächste Mobilfunkgeneration LTE, die vor allem sehr hohe Bandbreiten für den Datenverkehr erlaubt, aufzurüsten, ist sehr fraglich. Noch dieses Jahr sollen Kunden LTE in Orange-Shops testen können. Ob man aber ein LTE-Netz in der Schweiz aufbauen wird, werde man 2013 "evaluieren", so Sieber. Orange habe im Gegensatz zu Swisscom noch freie Kapazitäten im Mobilfunknetz und sei deshalb nicht gezwungen, LTE einzuführen, sagte Sieber. "Wir sind wegen LTE nicht unter Druck", behauptete der Manager. (Christoph Hugenschmidt)

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