Machen Online-Händler den Fachhandel kaputt?

10. August 2006, 13:25
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Zumindest in Deutschland glaubt fast die Hälfte aller IT-Fachhändler, dass auf Online-Shops oft Preisdumping betrieben werde.

Zumindest in Deutschland glaubt fast die Hälfte aller IT-Fachhändler, dass auf Online-Shops oft Preisdumping betrieben werde.
Rund um das Jahr 2000 behaupteten manche Experten, Internet-Shops würden die traditionellen Ladengeschäfte in Kürze von der Landkarte fegen. Dann platze die Internet-Hype-Blase und auch die Ängste der IT/UE-Fachhändler und Retailer legten sich angesichts des in der Realität, von einigen Ausnahmen abgesehen, eher bescheidenen und harzigen Geschäftsgangs der reinen Online-Shops.
In letzter Zeit allerdings hat sich das Internet als Vertriebsweg etabliert, manche Kinderkrankheiten wurden ausgemerzt und der E-Commerce weist gesunde Wachstumszahlen auf. Die Internet-Konkurrenz wird für die traditionellen Ladengeschäfte, auch wenn sie heute fast alle ebenfalls zusätzliche Webshops betreiben, immer spürbarer.
Wo es Konkurrenz gibt, gibt es auch Unmut, und dieser Unmut richtet sich meist auf die Preisgestaltung der Konkurrenz. Comparis.ch behauptete ja kürzlich, sogar Elektronik-Discounter, früher in dieser Beziehung selbst das grosse Schreckgespenst des Fachhandels, seien durchschnittlich 30 Prozent teurer als Onlineshops.
Die Mehrheit muss nicht immer recht haben
Oft wird auch hierzulande vermutet, dass Online Waren unter dem Einkaufspreis angeboten würden. Eine Online-Umfrage des Channelmagazins 'ComputerPartner' hat nun zumindest für unser Nachbarland Deutschland dieses Unbehagen quantifiziert. 42 Prozent der 488 befragten Händler gaben darin an, dass bestimmte Produktbereiche im Internet oft unter Einkaufspreisen verkauft werden. Mehr als ein Drittel (37 Prozent) erklärte zudem, dass es immer wieder die gleichen Online-Anbieter seien, die zu Dumpingpreisen verkaufen würden. Neun Prozent der Fachhändler sagte, dass dies regelmässig die Produkte bestimmter Hersteller betreffe.
Auch wenn viele an Preisdumping als Grund für Preisdifferenzen glauben, muss dies allerdings nicht unbedingt der Realität entsprechen. Wie wir bereits berichteten, erklärte uns ein Branchenveteran, dass wahrscheinlich der Graumarkt eine deutlich grössere Rolle spiele.
Was aber auch immer der Grund für die Preisunterschiede ist, in Deutschland scheint deswegen ein grosser Pessimismus unter den Fachhändlern eingekehrt zu sein. Nur knapp jeder zehnte Umfrageteilnehmer, so 'ComputerPartner', sehe optimistisch in die Zukunft und sei der Meinung, dass der Fachhandel die Verluste durch Beratung und Services ausgleichen könne. (Hans Jörg Maron)

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