Machen PCs Kinder doch dumm?

22. März 2005, 10:52
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Eine neue Studie widerspricht den Resultaten früherer Untersuchungen.

Eine neue Studie widerspricht den Resultaten früherer Untersuchungen.
Als PCs und vor allem Computerspiele in den 80ern begannen, in die Haushalte vorzudringen, fürchteten viele um das Wohl der Kinder. Später erschienen dann Studien, gemäss denen PCs zu Hause die Leistungen der Kinder in der Schule sogar fördern. Zwei Forscher der Universität München haben die Daten der unter den Schülern in vielen Ländern durchgeführten PISA-Studie unter die Lupe genommen. Thomas Fuchs und Ludger Wössmann glauben nun zeigen zu können, dass der Gebrauch von PCs den schulischen Leistungen doch eher schadet als nützt.
Frühere Betrachtungen der genau gleichen Daten hatten das Gegenteil ergeben. Gemäss Fuchs hatten diese Studien aber nicht in Betracht gezogen, dass PCs normalerweise häufiger in den Haushalten von Familien aus höheren sozialen Schichten vorhanden sind, deren Kinder im Schnitt auch die besseren schulischen Leistungen zeigen.
Bereinigen ist alles
Wenn man die Daten um diese Einflüsse bereinigt, heisst es in einer Zusammenfassung der Resultate, würden Schüler aus Haushalten, in denen Computer vorhanden sind "signifikant" schlechter abschneiden. (Leider liegt uns nur eine kurze Zusammenfassung der Studie vor, in der nicht erwähnt wird, wie viel schlechter die "PC-Kinder" abschneiden. "Signifikant" heisst in diesem Zusammenhang nur "statistisch nachweisbar".)
Einen positiven Einfluss fanden die beiden Forscher hingegen, wenn bei den Schülern zu Hause mehr als 500 Bücher stehen.
Im Bezug auf die Anwendung von PCs als Lernhilfen in Schulen fanden Fuchs und Wössmann ein etwas anderes Bild. Hier sind die Schüler, wenn die Anwendung der PCs "moderat" ist, besser, als wenn sie keinen Zugang zu Computern haben. Werden die Computer aber "häufig" angewendet, werden die Resultate wieder schlechter.
Alle diese Resultate stehen und fallen natürlich damit, ob die "Bereinigung" der Leistungsdaten um die Einflüsse der familiären Situation richtig und vollständig durchgeführt wurde – die Komplexität des realen Lebens in Statistiken einzufangen ist ein ziemlich schwieriges Unterfangen. (Hans Jörg Maron)

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