Maerki Baumann gründet Software-Firma

18. Februar 2005 um 15:39
  • rechenzentrum
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"New kid on the block": Konkurrenz für Finnova, Avaloq & Co.

"New kid on the block": Konkurrenz für Finnova, Avaloq & Co.
Still und leise hat die Privatbank Maerki Baumann die Software-Firma Legando AG aus der Taufe gehoben. Legando ist seit Anfang Jahr mit bis heute 12 Mitarbeitenden tätig. Geschäftsleiter ist Marc Linder, der auch Mitglied der Direktion von Maerki Baumann ist.
Maerki Baumann ist nicht nur eine Privatbank, sondern bietet sich auch als Outsourcing-Partner für Finanzdienstleister an. Mit der Gründung der Legando AG geht die edle Privatbank einen Schritt weiter und steigt ins zur Zeit hart umstrittene Geschäft mit Banken-Software ein.
"Wir haben unsere Software für Maerki Baumann und für das Insourcing-Angebot entwickelt. Nun wollen wir unser Produkt unabhängig vom Insourcing-Angebot von anbieten. Das wäre für eine reine Privatbank schwierig, weshalb wir Legando gegründet haben", erklärt Marc Linder.
Legando bewege sich durchaus in einem ähnlichen Segment wie die Schweizer Anbieter von Gesamtbankenlösungen Finnova und Avaloq, sagt Linder. "Wir haben kein monolithisches System wie Finnova, decken aber Core-Banking-Funktionen wie die Stammdatenverwaltungen und Wertschriften ab. Unsere Kunden müssen bestehende Systeme wie Risiko- und Performanceanalyse oder Order-Management nicht ablösen." Zusammen mit weiteren Komponenten wie OTMS von IBM könne Legando aber durchaus ein Gesamtbanken-Paket anbieten, so Linder.
Vornehme Zurückhaltung
Die Gründung der Software-Tochter von Maerki Baumann erfolgte quasi unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Ein Grund dafür sei, erklärt Linder, dass man bis Mai noch mit den Projekten bei der Zuger Kantonalbank (Legando ist auch Teil der "Swiss Banking Platform" von CSC) und bei Maerki Baumann selbst ausgelastet sei. "Wir wollen nichts versprechen, was wir nicht halten können und treten deshalb sehr zurückhaltend auf. Aber wir haben ab Mai sicher vor, einen Schritt vorwärts zu machen", so Linder.
So wird sich Legando am Finance-Forum im November mit einem eigenen Auftritt präsentieren.
Mit im Rennen bei den AGI-Banken
Trotz aller Zurückhaltung ist Legando auf dem "freien Markt" durchaus schon sehr aktiv. Zusammen mit CSC ist man nämlich im Rennen um den Auftrag für einen neue Gesamtbankenlösung für die vier Kantonalbanken ST. Gallen, Thurgau, Luzern und Fribourg. (Christoph Hugenschmidt)

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