(Mässige) Pleitewelle in der Schweizer IT-Branche

6. Januar 2010 um 14:44
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Zwar gingen im Jahr 2009 im Vergleich zum Vorjahr 30 Prozent mehr Schweizer IT-Firmen pleite. Doch die Zahl der Neugründungen bleibt in der Branche stabil.

Zwar gingen im Jahr 2009 im Vergleich zum Vorjahr 30 Prozent mehr Schweizer IT-Firmen pleite. Doch die Zahl der Neugründungen bleibt in der Branche stabil.
Wie Dun & Bradstreet (D&B) mitteilt, ist im Jahr 2009 ein regelrechter Konkurssturm über die Schweiz gefegt. Die Wirtschaftsauskunftei zählte im ganzen Jahr in allen Branchen insgesamt 5105 Firmenpleiten, also 26,7 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Dezember 2009 geht mit 558 Firmenkonkursen als Rekordmonat des vergangenen Jahrzehnts in die Geschichte ein. Hingegen gab es bei den Neugründungen mit 35'380 (-4,3%) nur einen leichten Rückgang im Vergleich zu 2008.
Nachdem in der ersten Jahreshälfte vor allem Unternehmen aus der Export- und Finanzbranche pleite gingen, traf es in der zweiten Hälfte des Jahres 2009 vermehrt auch Firmen, welche in der Binnenwirtschaft tätig sind (z.B. Einzelhandel, Gastgewerbe und Handwerk). D&B stellte inside-it.ch detaillierte Daten der Branche "Informatikdienstleistungen" zur Verfügung. Dabei zeigt sich – nicht überraschend –, dass das vergangene Jahr auch für Firmen der IT-Branche nicht rosig war.
2009 gingen gemäss D&B 176 Informatikunternehmen zu Grunde. Eine so grosse Zahl von Firmenpleiten gab es in der Schweizer IT-Branche seit 2005 nicht mehr:
Konkurse in der Branche Informatikdienstleistungen
2000: 109
2001: 215
2002: 256
2003: 220
2004: 245
2005: 180
2006: 148
2007: 143
2008: 135
2009: 176
Bei den Neugründungen ist die Lage wesentlich besser. 2009 waren es immerhin 1644 und damit zwar hundert weniger als in den beiden Vorjahren, dafür fast ein Dutzend mehr als 2006:
Neueintragungen in der Branche Informatikdienstleistungen
2000: 2679
2001: 2207
2002: 1787
2003: 1580
2004: 1654
2005: 1591
2006: 1633
2007: 1748
2008: 1744
2009: 1644
Geographisch gesehen überrascht es nicht, dass der Kanton Zürich stets die höchste Zahl von Konkursen und Neugründungen aufweist. 2009 gab es in Zürich 51 IT-Konkurse, in Zug 20 und in St. Gallen 14. Allerdings gab es nicht in allen Kantonen mehr IT-Konkurse als im Vorjahr. So stagnierte etwa in den Kantonen Schaffhausen und Thurgau die Zahl der Konkurse. In Aargau, Bern, Baselland, Genf, und Neuenburg ging sie sogar zurück.
Bei den Neueintragungen folgt auf Zürich (413) wiederum der Kanton Zug mit 166 neuen IT-Firmen. Nummer drei bei der Zahl der Neugründungen war im vergangenen Jahr der Kanton Waadt mit 146. Während es in Zürich im Vergleich zum Vorjahr weniger Eintragungen gab, weisen viele Kantone im Vergleich zum Jahr 2008 eine gestiegene Zahl von Neugründungen auf. Mehr Neueintragungen gab es in Appenzell Inerrhoden, Bern, Glarus, Jura, Luzern, Neuenburg, Schaffhausen, Uri, Waadt, Wallis und Zug. (Maurizio Minetti)

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