Magnolia schlägt Wurzeln im Ausland

26. Juni 2014, 15:08
  • geschäftsleitung
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Die Basler von Magnolia haben es geschafft, sich im Ausland zu etablieren. Ab heute ist eine neue Version des CMS verfügbar.

Die Basler von Magnolia haben es geschafft, sich im Ausland zu etablieren. Ab heute ist eine neue Version des CMS verfügbar.
Magnolia ist eines der wenigen Schweizer Software-Unternehmen, die den Sprung ins Ausland geschafft haben. Das Unternehmen startete 1997 im Hinterhof eines Baslers Restaurants und hat heute Büros in Madrid, Kromeriz (Tschechien), Miami und Peking. Nun hat Magnolia die 5.3-Version seines CMS lanciert. Diese Fassung des Produkts stellt die Personalisierung ins Zentrum.
Weniger ist mehr
Das Update bringt nicht einen Haufen neuer Funktionen. Stattdessen setze man ganz bewusst auf ein schmales modulares System, sagt Magnolia-CEO Pascal Mangold im Gespräch mit inside-channels.ch. Alles, was das Basispaket nicht biete, könne man mit Applikationen auf Magnolia bauen. So sollen die Lösungen viel individueller gestaltet werden, verspricht Mangold.
Die Apps können von Kunden oder Partnern von Magnolia entwickelt werden. Passend dazu bieten die Basler den Appfinder, eine Plattform, auf der Magnolia-Apps vermittelt werden. So können Kunden gegenseitig spezialisierte Magnolia-Lösungen austauschen.
"Diese Lösung erlaubt es uns, mehr Zeit in die Entwicklung der Kern-Software zu investieren und gleichzeitig unseren Kunden ein individuelleres Produkt anzubieten", sagt Boris Kraft, Chief Visionary Officer bei Magnolia.
Dennoch kommt 5.3 mit einigen Neuerungen. Die wichtigsten sind der Tag Manager und das kollaborative Task Management. Der Tag Manager erlaubt technisch nicht versierten Teams das Verwalten von Etiketten mittels einfachem Interface. Dadurch werde das Auswerten mit Web-Tools bedeutend einfacher.
Das kollaborative Task Management vereinfacht die Zusammenarbeit der verschiedenen Nutzern. Über ein Benachrichtigungs-Dashboard kann man Updates, Status, verantwortliche Person, Kommentare und weitere Eigenschaften von Aufträgen ablesen. Die Projekte lassen sich ausserdem Gruppen oder einzelnen Personen zuteilen.
Erfolg mit Open Source
Magnolias Erfolg zeichnet sich seit einer Weile ab. Boris Kraft und Pascal Mangold sehen vor allem vier Faktoren als Triebfeder ihres Erfolgs: Einfachheit, Gleichmässigkeit und Mobile. Bis Magnolia allerdings Erfolg verzeichnete, musste man sich mit dem Open-Source-Modell auseinandersetzen.
"Wir wollten Kunden von Anfang an eine gleichmässige und einfache Erfahrung mit Magnolia bieten. Noch zu einer Zeit als es keine iPhones gab", sagt Mangold. Damals sei die Vermarktung des Produkts schwierig gewesen. Heute reiche es, auf ein iPhone zu zeigen und zu sagen: "Es funktioniert ganz ähnlich."
"Mobile First", die Devise von Microsoft Chef Satya Nadella voraus. Responsive Design nimmt bei Magnolia eine grosse Rolle ein.
"Der grösste Schritt zum Erfolg war der Umgang mit Open Source", sagte Kraft. "In den ersten drei Jahren haben wir insgesamt fünf Franken von Spenden erhalten. Zusätzlich konnten wir eine einzige Service-Stunde für 160 Franken verkaufen. So konnte das nicht weitergehen."
Danach setzte Magnolia auf ein duales Lizenz-Modell. Es gab eine Gratis-Version mit etwas eingeschränkter Leistung und eine Vollversion, die gekauft werden musste. Diese Lösung bringe aber Probleme mit sich, sagt Kraft. "Schränkt man die Gratis-Version zu fest ein, erzürnt sich die Open-Source-Community, das will man nicht. Macht man die freie Version allerdings zu mächtig, kauft niemand mehr unser Produkt." Diese Gratwanderung ist entscheidend für den Erfolg einer Open-Source-Software.
Magnolia hat sich bewusst spezialisiert: "Wir machen nur CMS. Wir verkaufen unseren Kunden nur Dienstleistungen rund um CMS und nichts weiter. Diese Klarheit schätzen die Kunden", meint Mangold. Mit dieser Einstellung haben die Basler einige beeindruckende Kunden holen können. Die Migros, Pirelli, Sony und Al Arabiya (MBC), der grösste Medienkonzern im Nahen Osten, benutzen das Content Management System von Magnolia. (Colin Simon)
(Foto: Magnolia-Konferenz, Vortrag von Brian Bentzen, Content Strategist)

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