Margendruck zwingt Notebook-Riesen zur Diversifizierung

18. Januar 2011, 09:37
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Quanta Computer und Compal Electronics, die grössten Notebook-Auftragsfertiger und beide aus Taiwan, müssen angesichts sinkender Erträge diversifizieren.

Quanta Computer und Compal Electronics, die grössten Notebook-Auftragsfertiger und beide aus Taiwan, müssen angesichts sinkender Erträge diversifizieren. Dabei suchen sie ihr Heil unter anderem in Tablet-PCs sowie in neuen Produktionsstätten in der Provinz Sichuan weit im chinesischen Hinterland, an Tibet grenzend. Quanta hatte 2010 zwar einen Rekordabsatz von 52,1 Millionen Notebooks und Netbooks, erzielt aber heute nur noch Bruttomargen von 3 bis 4 Prozent. Der Schweizer Peripheriekönig Logitech kam in Glanzzeiten auf Gewinnspannen von über 33 Prozent. Der konsolidierte Umsatz von Quanta ist 2010 um 37,9 Prozent auf 1,09 Billionen New Taiwan Dollar (NT$) oder umgerechnet 36 Milliarden Schweizer Franken gestiegen, die Bruttomarge ist aber innerhalb eines Jahres von 6 auf 4 Prozent abgerutscht. 290 Milliarden NT Dollar des konsolidierten Umsatzes kamen aus dem sogenannten Non-Notebook-Business. All-in-one-PCs trugen zu 10 bis 15 Prozent dazu bei, der Anteil von Kfz-Elektronik, Servern und Multimedia-Produkten lag jeweils zwischen 2 und 5 Prozent.
Obwohl Quanta davon überzeugt ist, dass Tablet-PCs 2011 zum Star der Produktpalette werden, konnte oder wollte sich das Unternehmen laut 'Digitimes' noch nicht zu den Erwartungen diesbezüglich äussern. Der Hersteller hat begonnen, für RIM Tablet-PCs zu produzieren. Angeblich sieht der Plan vor, dass Quanta an den kanadischen BlackBerry-Anbieter im ersten Quartal 2011 schon über eine Million PlayBook-Tablets ausliefert sowie 700'000 bis 800'000 Xoom-Tablets an Motorola. Quanta hüllt sich aber darüber in Schweigen.
Compal scheint dagegen schon ganz konkrete Pläne zu haben. Wie Präsident und CEO Ray Chen sagte, gehe sein Unternehmen davon aus, 2011 rund 3,8 Millionen Tablet-PCs zu verkaufen, 90 Prozent davon ARM-basierend. Der Weltmarkt für Tablet-PCs wird dem Compal-Chef zufolge 2011 auf 60 Millionen Stück geschätzt, wovon 70 bis 75 Prozent den Namen iPad tragen sollen. Als die grössten Kostenfaktoren bei Notebooks nennt Chen die Prozessoren gefolgt von den Betriebssystemen und LCD-Panels. Bei Tablet-PCs sollen es allerdings die Touch-Panels sein. Um hier Gas zu geben, wolle Compal 2 Milliarden NT Dollar (66,1 Millionen CHF) in die Gründung einer hunderprozentigen Tochterfirma namens HenTao Technology für die Produktion von Touch-Panels stecken. Compals weitere Pläne sehen für 2011 den Absatz von 55 Millionen Notebooks (und Netbooks) und 8 Millionen LCD-Fernseher vor, ein Plus von 14,6 respektive 48,1 Prozent im Vergleich zu 2010, so Chen. Ausserdem rechnet er 2011 mit 2 Millionen All-in-one-PCs nach 200'000 bis 300'000 im Vorjahr.
Während Quanta schon im ersten Quartal 2011 mit der Produktion in der 32-Millionen-Metropole Chongqing im westchinesischen Sichuan starten will, wird Compal im Juli eine Produktionsbasis in der Provinzhauptstadt Chengdu einweihen. Eine weitere Fabrik ist ebenfalls in Chongqing geplant, wo auch der EMS-Riese Foxconn bald eine neue Mega-Produktionsstätte eröffnen wird. (Klaus Hauptfleisch)

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