Massiver Druck auf IBM Deutschland aus den USA

27. August 2010, 12:21
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Zu lange auf das Banken-Geschäft fokussiert und dabei die KMU vernachlässigt.

Zu lange auf das Banken-Geschäft fokussiert und dabei die KMU vernachlässigt.
Die IBM-Niederlassung in Deutschland steht offenbar unter grossem Druck seitens des Mutterkonzerns in den USA. Grund dafür sind die schlechten Umsatzzahlen der deutschen Tochter sowie die "Vernachlässigung" der KMU-Kunden, wie die 'Financial Times Deutschland' schreibt. Nach Informationen der Zeitung soll der Umsatz in Deutschland im zweiten Quartal um sechs Prozent zurückgegangen sein. Diese Zahl nannte auch die 'Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung' (FAS) vor rund zwei Wochen. Selbst bereinigt um das Minus der in der Zwischenzeit verkauften PLM-Sparte betrage der Rückgang noch immer drei Prozent, während der Gesamtkonzern im selben Zeitraum ein Plus von zwei Prozent erreichte. Zahlen, die allerdings niemand bestätigt, denn der Konzern gibt offiziell keine Zahlen für seine Ländergeschäfte bekannt.
"Die US-Mutter übt derzeit gehörigen Druck aus", zitiert die Zeitung aus Kreisen des Aufsichtsrats. IBM habe sich in Deutschland, wo rund 21'500 Personen beschäftigt werden, zu lange auf das Geschäft mit Banken fokussiert und dabei die KMU vernachlässigt, wie IBM-Deutschland-Chef Martin Jetter in einem internen Brief an die Belegschaft schreibt.
Die Beratungssparte GBS schloss das zweite Quartal mit einem Minus von sechs Prozent ab. Diese habe auch in Bezug auf den Auftragseingang ihre Ziele deutlich verfehlt, so Jetter Ende Juli. Die Softwaresparte der deutschen Tochter muss sogar ein Minus von 13 Prozent hinnehmen. Immerhin: Bereinigt um den Effekt des Verkaufs der PLM-Sparte liegt der Erlös knapp auf dem Niveau des Vorjahresquartals. Um sechs Prozent gewachsen ist dafür das Outsourcing-Geschäft (GTS), das um sechs Prozent zulegen und damit die Vorgaben erreichen konnte. Allerdings würde die Anzahl der Neuaufträge unter den Erwartungen liegen, so Jetter. (bt)

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