Massiver Stellenabbau in der UBS-Informatik

15. Oktober 2012, 11:09
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Die UBS will offenbar um die 2000 Stellen in der Informatik streichen. Rund die Hälfte davon wären Schweizer Jobs. Angesichts des Fachkräftemangels dürften die meisten bald eine neue Stelle finden.

Die UBS will offenbar um die 2000 Stellen in der Informatik streichen. Rund die Hälfte davon wären Schweizer Jobs. Angesichts des Fachkräftemangels dürften die meisten bald eine neue Stelle finden.
Die Grossbank UBS steht vor einer weiteren Sparrunde. Diesmal wird die Informatik stark betroffen sein, wie der 'Tages-Anzeiger' am Samstag berichtete. Die definitive Entscheidung auf Konzernleitungsebene ist zwar noch nicht gefallen, doch gemäss Unterlagen, die dem 'Tagi' vorliegen, soll das Jahresbudget in der Informatik von heute 3,6 Milliarden auf 2,35 Milliarden Franken im Jahr 2015 gesenkt werden. Der 'Tagi' schreibt nun unter Berufung auf Mitarbeitende des IT-Bereichs, dass sich der geforderte Kostenabbau von 30 Prozent praktisch eins zu eins auf die Stellen auswirken werde. Weltweit dürften also 2000 von 8200 IT-Jobs bei der UBS bedroht sein; davon die Hälfte in der Schweiz.
Trogni, Fregonas und Cisullo in der Kritik
Die Zeitung geht auf die Kultur bei der UBS-Informatik ein. Michele Trogni, die weltweit für die IT zuständig ist, wird anscheinend von Insidern stark kritisiert ("verrückt", "unmöglich", "zu angelsächsisch"). Für Unruhe sorgt auch die neue Industrialisierungsstrategie, die vom ehemaligen Swisscom-IT-Services-Chef Eros Fregonas vorangetrieben wird einen "Kenner". Diesen beiden "Nicht-Bankern" werde intern Arroganz und fehlendes Fachwissen vorgeworfen, schrieb die Zeitung gestern.
Unser Kommentar:
Sollte die UBS tatsächlich so viele IT-Stellen abbauen - und möglicherweise auch die CS - stellt sich die Frage, wie gravierend dies sein wird. Der 'Tagi'.
So gesehen könnte man behaupten, die UBS sorge für eine Entspannung am Markt. Allerdings sind Informatiker nicht gleich Informatiker. Es ist kein Geheimnis, dass Firmen immer stärker auf ihre (Informatik-)Kosten achten müssen. Anzunehmen ist, dass Lohnniveau und der Grad an Spezialisierung der betroffenen UBS-Informatiker hoch sind und einige wenige deshalb Schwierigkeiten haben werden, eine neue Stelle zu finden. Doch für die meisten dürfte die Stellensuche alles andere als aussichtslos sein. Der Fachkräftemangel bleibt Realität. (Maurizio Minetti)

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