Maxdata: Betrieb wird vorerst weitergeführt

30. Juni 2008, 08:59
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Trotz des laufenden Insolvenzverfahrens sind für die Kunden vorerst alle Serviceleistungen und Garantien sichergestellt. Dies teilte das Unternehmen am Freitag mit. Die Schweizer Niederlassung wird weiterhin beliefert.

Trotz des laufenden Insolvenzverfahrens sind für die Kunden vorerst alle Serviceleistungen und Garantien sichergestellt. Dies teilte das Unternehmen am Freitag mit. Die Schweizer Niederlassung wird weiterhin beliefert.
Maxdata führt die Geschäfte vorerst fort. Dies haben der vorläufige Insolvenzverwalter und die Unternehmensleitung nach einer Prüfung der einzelnen Firmenbereiche gemeinsam beschlossen, wie aus einer Mitteilung des Unternehmens vom Freitag hervorgeht. Für die Kunden seien weiterhin alle Services und Garantien gewährleistet. Die für Dienstleistungen zuständige Tochterfirma Service & Logistic Processes (SLP Solutions) sei "in voller Besetzung zur Abwicklung der Service und Dienstleistungen in der Lage", heisst es weiter.
Der grosse deutsche Assembler hatte am Mittwoch des serbelnden Unternehmens unterbreitet.
Garantie vom Staat: Umstrukturierung kann kommen
"Das Geschäft läuft weiter wie normal", wird Insolvenzverwalter Winfrid Andres auf it-business.de zitiert. Wegen des zweitägigen Produktionsstopps könnten jedoch allfällige Verzögerungen bei der Auslieferung auftreten. Die Löhne der Arbeitnehmer sind über eine Insolvenzvorfinanzierung gesichert. Das heisst unter Anderem, dass die Zahlung der Gehälter für die nächsten drei Monate vom Staat garantiert wird.
Maxdata steht seit längerem in den roten Zahlen, Umstrukturierungen konnten (unter anderem auf Grund des EU-Arbeitsrechts) nicht umgesetzt werden. "Mit dem Antrag auf Insolvenz lässt sich eine erneut fällige Restrukturierung staatlich legitimieren", interpretiert Maxdata-Schweiz-Marketingleiter Carlo Widmer gegenüber inside-it.ch.
Nebst Maxdata Deutschland wurden auch europäische Niederlassungen mit der Bekanntgabe der drohenden Zahlungsunfähigkeit vor ihren Gläubigern geschützt. Die Schweizer Zweigstelle ist davon nicht betroffen. Im Gegensatz zum deutschen Mutterkonzern schreibt Maxdata Schweiz konstant schwarze Zahlen. "Da wir alle Produkte aus Deutschland beziehen, haben die Probleme von Maxdata indirekte Konsequenzen für uns. Die Meldung von der Weiterführung des Geschäfts hat denn auch Erleichterung bei Mitarbeitern und Kunden ausgelöst", so Carlo Widmer. (Amir Ali)

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