Maxdata übernimmt deutsche UE-Marke Yakumo

12. Oktober 2006, 09:04
  • international
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Maxdata-Grossaktionär Siegfried Kaske verschiebt seine UE-Marke Yakumo vom Distributor Adam Riesig zu Maxdata. Abkehr von der bisherigen "no retail"-Strategie.

Maxdata-Grossaktionär Siegfried Kaske verschiebt seine UE-Marke Yakumo vom Distributor Adam Riesig zu Maxdata. Abkehr von der bisherigen "no retail"-Strategie.
Der deutsche PC-Hersteller Maxdata übernimmt zu einem ungenannten Preis die Unterhaltungselektronik-Marke Yakumo. Verkäufer ist der Distributor Adam Riesig, der über die Beteiligungsgesellschaft Divaco dem ehemaligen Metro-Manager Siegfried Kaske gehört. Kaske ist mit 48 Prozent (über die Firma FoMax) aber auch grösster Einzelaktionär von Maxdata. Yakumo wird also in Wirklichkeit zwischen zwei Beteiligungen von Kaske verschoben.
Mit Yakumo steige Maxdata in das Geschäft mit Privatkunden ein, heisst es in einer Mitteilung von heute. Yakumo vertreibt PCs, Notebooks, Flachbildschirme, DVD- und HD-Rekorder, Navigationssysteme, Digicams und ähnliche Geräte - lässt diese aber in Asien herstellen. Maxdata hat im deutschen Ruhrgebiet eine eigene Produktion für PCs, Notebooks und Server und ist mit der Marke Belinea ein recht grosser Player im Monitor-Geschäft. Yakumo macht mit 51 Mitarbeitenden einen Umsatz von etwa 145 Millionen Euro, der Standort Braunschweig soll erhalten bleiben.
Abkehr von bisherigen Fachhandels-Strategie, Folgen für die Schweiz noch offen
Mit Yakumo an Bord erweitert Maxdata sowohl das Produkte-Portfolio wie auch die Zielkundschaft. Bisher hat Maxdata sich strikte auf den Vertrieb an KMU über den Fachhandel beschränkt. Maxdata-PCs und -Notebooks waren im Retail nicht anzutreffen. Die Übernahme erlaube Maxdata einen raschen Einstieg in den Retailmarkt, was die Ausweitung des Marktzutritts bedeute, sagt Carlo Widmer von Maxdata Schweiz.
In der Schweiz wird Yakumo von Portacomp vertrieben. Die Marke ist aber für den UE-Disti nur ein Nischengeschäft, sagt Portacomp-Chef Erik Unterhuber.
Welche Auswirkungen die Übernahme von Yakumo auf die Geschäftsstrategie von Maxdata in der Schweiz hat, konnten heute weder Widmer noch Unterhuber sagen.
Maxdata tief in den roten Zahlen
Gleichzeitig gab der deutsche Gross-Assemblierer, der sich seit geraumer Zeit in einem Restrukturierungsprozess befindet, die Zahlen zum dritten Quartal des Geschäftsjahres bekannt. Und die sehen schlechter aus als erwartet. Der Umsatz im Q3 sank auf noch 111 Millionen Euro (Vorjahr: 148,3). Der Verlust auf EBIT-Stufe betrug 5,8 Mio. Euro (-9,1).
Die Geschäftsleitung halte es "für möglich, dass die prognostizierten Ziele von 600 Mio. Euro und minus 25 Mio. Euro EBIT nicht erreicht" werden, heisst es in der Mitteilung von heute. Man hofft, nächstes Jahr wieder in die schwarzen Zahlen zu kommen. Zusammen mit Yakumo kann Maxdata sein Gewicht als Einkäufer bei den Herstellern in Asien wieder vergrössern. (Christoph Hugenschmidt)

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