McKinsey: Schweiz weiterhin attraktiv für IT-Unternehmen, aber...

30. April 2019, 10:50
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Obwohl die Standortattraktivität der Schweiz für IT- und Life-Science-Konzerne zunimmt, habe sie insgesamt gelitten.

Obwohl die Standortattraktivität der Schweiz für IT- und Life-Science-Konzerne zunimmt, habe sie insgesamt gelitten. Zu diesem Resultat kommt die Studie "Switzerland – Wake Up. Defending attractiveness for multinational companies" (PDF). Von den internationalen Unternehmen, die ihren Hauptsitz innerhalb von oder nach Europa verlegt hätten, wären in der Zeit von 2013 bis 2018 noch 19 Prozent in die Schweiz gekommen. In den fünf Jahren zuvor hätten sich noch 27 Prozent für die Alpenrepublik als Standort entschieden, so das Papier.
Auf dem Prüfstand standen neben Hauptsitzen auch F&E-Zentren, operative Zentren für Fertigung und Logistik sowie Finanzholdings in der Schweiz, den Niederlanden, Irland, Luxemburg und Grossbritannien. Dabei habe sich gezeigt, dass die Schweiz nur noch bei den globalen Hauptsitzen mit 33 Prozent der Unternehmen eine Vorrangposition einnehme. Nach Branchen aufgeschlüsselt, haben in den letzten fünf Jahren zwar die IT-Branche und der Life-Scienes-Sektor die Schweiz als Standort attraktiver als früher gemacht. Doch für die Industrie, die Konsumgüter-Branche und den Finanz-Sektor haben der hiesige Standort an Faszination verloren.
In der deutschsprachigen Zusammenfassung (PDF) des Papiers heisst es weiter, dass sich vor 20 Jahren noch die Hälfte der Unternehmen, die ihren Hauptsitz in Europa errichten wollten, für die Schweiz entschieden hätten. Dieser Befund, geht es alarmistisch weiter, zeige, dass die Schweiz "gegenüber anderen Standorten in Europa und weltweit ins Hintertreffen geraten" sei und weiter an Boden verliere, denn "gleichzeitig haben international tätige Unternehmen zunehmend Tätigkeiten aus der Schweiz ins Ausland verlagert".
Um diese Situation zu ändern, sei die richtige Entscheidung bei den heute anstehenden wichtigen Weichenstellungen gefragt. Konkret genannt werden hier die bilateralen Verträge mit der EU, die geplante Unternehmenssteuerreform, das transatlantische Freihandelsabkommen (US-EU und US-CH) und die Konzernverantwortungsinitiative.
Diese Entscheidungen würden die Attraktivität der Schweiz für international tätige Unternehmen stark beeinflussen, habe man bei gut 100 CEOs und Führungskräften global agierender Unternehmen erfahren, halten die Verfasser der Studie von McKinsey fest. Der Unternehmensberater hat für seine spezifische Sicht auf den Standort Schweiz mit der Schweizerisch-Amerikanischen Handelskammer genauso zusammengearbeitet wie mit dem Wirtschaftsverband Economiesuisse und den Interessenvertretern der multinationalen Firmen SwissHoldings. (vri)

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