McNealy in Zürich: "Es gibt nur noch IBM und Sun"

14. Juni 2005, 14:25
  • international
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Sun-Chef Scott McNealy hat einen neuen Feind.

Sun-Chef Scott McNealy hat einen neuen Feind.
Anlässlich des "Global Air Transportation Industry Forums" von EDS in Zürich traf sich Sun-Chef und Mitbegründer Scott McNealy mit einigen Journalisten. Wie gewohnt fiel McNealy nicht durch übertriebene Bescheidenheit auf. Sein neues Lieblings-Schlagwort lautet: "Public Tenant Grid Business" - Firmenkunden sollen in Zukunft Rechenleistung und Speicherplatz wie Strom aus einem öffentlichen Netz beziehen. Natürlich von Sun: "Wir entwickeln das öffentliche Rechnernetz so schnell, wie es die 'Anthropologie' erlaubt".
McNealy: "In diesem Business sind nur noch IBM und Sun übrig. HP ist ein reiner Händler und Dell nicht mal eine Computerfirma." Und natürlich durfte auch der Ausspruch "It's humankind versus IBM Global Services" nicht fehlen. "Das Zeugs (IBM Java-Umgebungen wie Websphere) ist nicht integrierbar. Je schlechter etwas integrierbar ist, desto mehr brauchen die Kunden IBM Global Services", so der Sun-Gründer. In der Entwicklerwelt hingegen, stehen sich gemäss McNealy Microsofts .Net und Java gegenüber: "Java is winning. Mankind is winning."
Die Frage, warum Sun keine Blade-Server mehr herstelle, wischte McNealy vom Tisch. Blade-Server seien einfach einer von vielen Formfaktoren. Seine Firma hingegen mache mit den "Containern" des Betriebssystems Solaris10 fast jeden Computer zum Blade-Server.
Cobalt? What's that?
Unsere Frage, ob die Marke StorageTek nach der Übernahme des Speicherspezialisten durch Sun überleben werde, mochte McNealy nicht beantworten. Und einen kritischen Hinweis auf die Firma Cobalt, die von Sun im Jahr 2000 übernommen wurde und später von der Bildfläche verschwand, beantwortete er ziemlich cool: "Cobalt? What's that?"
Doch neben guten Sprüchen ("ein Flugzeug ist ein Java-Browser mit Flügeln", "Wir haben Cobalt zu einem völlig überrissenen Preis gekauft und mit völlig überteuerten Sun-Aktien bezahlt") hat McNealy noch einiges zu bieten. Lesen Sie in unserem Feature-Beitrag, auf welche Reaktionen Suns "Grid"-Vision bei den in Zürich versammelten Airline-CIOs gestossen ist. (Christoph Hugenschmidt)
(Interessenbindung: Sun Microsystems ist als "Launch-Partner" ein wichtiger Werbekunde unseres Verlags.)

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