Meg Whitmans Liebe zu grossen Problemen

8. Oktober 2015, 14:59
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Am Canalys Channels Forum spricht die HP-Chefin über ihren Antrieb und aktuelle Herausforderungen für den Channel.

Am Canalys Channels Forum spricht die HP-Chefin über ihren Antrieb und aktuelle Herausforderungen für den Channel.
Von Christoph Hugenschmidt, Barcelona
Geht es nach dem Veranstalter, ist das diesjährige Canalys Channels Forum in Barcelona auch ein IoT-Event. Denn der auf das Channel-Business spezialisierte Marktforscher liess eine Konferenz-App entwickeln, mit der einige Möglichkeiten der Kombination von Apps mit Bluetooth-Beacons aufgezeigt werden. So kann man nachschauen, welche Berufskollegen (im Fall des Schreibenden: Andere Journalisten) sich in der Nähe befinden. Etwas creepy ist es schon, zu sehen, dass der italienische Kollege Stefano Belviolandi eben im 2. Stock ein Interview führt und Kollegin Christine Horton sich am Stand von Autotask befindet.
Die App kam auch beim grossen Q&A mit HP-Chefin Meg Whitman ins Spiel. Anstatt eine Keynote zu halten, stellte sie sich einfach den (vielen) Fragen der anwesenden Disti- und VAR-Managern. Neues sagte Whitman nicht - das hat auch niemand erwartet. Immerhin wurde sie in einer Frage damit konfrontiert, dass sie vor einem Jahr - nur drei Tage vor der Ankündigung der Aufspaltung von HP - noch tapfer und viel von "One HP" gesprochen hat. Sie nahms locker und meinte, nun seien wirklich keine Überraschungen mehr zu erwarten.
Überhaupt bemühte sie sich darum, die beiden aufgespaltenen HPs, HPE (Enterprise, Datacenter-Technologie, Services) und HPQ (Drucker, Notebooks) als praxisnahe, schlanke und realistische Firmen darzustellen. HP werde agiler und flexibler handeln können, versprach Whitman. Und man ziehe nun Forschung und Entwicklung dem Kauf von Firmen vor. HPE habe in den letzten vier Jahren jedes Jahr mehr in F+E gesteckt.
"Ich liebe es, grosse Probleme zu lösen"
Die Frage, wie lange sie noch an der Spitze von HP bleiben werde, beantwortete sie nicht. Doch der Zeitpunkt ihres Rücktritts wird nicht mehr ewig auf sich warten lassen, denn auf ihre Nachfolge kam die Turnaround-Managerin durchaus zu sprechen. Sie sei sehr für eine interne Nachfolgelösung. Das sei besser für Aktionäre, Angestellte und Partner, sagt Whitman.
Interessant wurde es bei persönlichen Fragen. Was sie zu ihrem Job motiviere, wurde sie gefragt. Geld könne es ja wohl nicht sein (die Ex-eBay-Chefin ist reich). Die Antwort war wohl ehrlich: Sie liebe es, Lösungen für komplexe Probleme in einem sehr kompetitiven Markt auszutüfteln. Und als ehemalige Schwimmerin liebe sie den Wettkampf. Ausserdem sei das Schicksal von HP relevant für die USA, für die Mitarbeitenden und für die Kunden, das motiviere sie.
Channel muss lernen, Lösungen zu verkaufen
Nicht gerade revolutionär war ihre Aussage zur Zukunft des Channels Er müsse rasch lernen, den Kunden nicht einfach Produkte, sondern Lösungen für ihre Geschäftsprobleme zu verkaufen. Für diejenigen im Saal, die die Veränderungen nicht rasch umsetzen können, werde es "nicht so schön".
Zum Schluss wiederholte sie, HPE werde eine bescheidenere, fokussiertere, flinkere Firma sein. Und erntete dafür viel Applaus.

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