Megapixel? Wie wärs mit einer Gigapixel-Kamera!

20. Juni 2012, 17:02
  • international
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Noch ist die Gigapixel-Kamera allerdings ein wenig unhandlich.

Noch ist die Gigapixel-Kamera allerdings ein wenig unhandlich.
Ein von Professor David Brady von der Duke University geleitetes Team von Wissenschaftlern hat eine Kamera gebaut, die einzelne Fotos mit einer Auflösung einem Gigapixel schiessen kann. Handelsübliche Kameras haben heute meist Auflösungen von 8 bis 40 Megapixeln, also mehr als 25 Mal weniger. Gegenwärtig baut das Team eine Version der Kamera mit 10 Gigapixel Auflösung. Zudem existieren auch bereits Entwürfe für 50-Gigapixel-Versionen.
Schon der jetzige Prototyp mit einem Gigapixel hat laut Duke University bei einem Sichtwinkel von 120 Grad eine fünffach höhere Auflösung, als sie das menschliche Auge bieten kann. Damit kann sie auch Details aufnehmen, die ein Mensch bei gleichem Sichtabstand nicht sehen würde. Auf einem mit dieser Kamera geschossenen Bild kann man zum Beispiel noch Personen erkennen, die in einem Kilometer Entfernung auf einer Parkbank sitzen.
Das "Auge" der Gigapixel-Kamera erinnert an die Wabenaugen von Insekten und ist aus vielen kleinen Kameras zusammengesetzt. Im Vergleich zum Wabenauge ist ihre Anordnung allerdings umgestülpt: Sie sitzen auf einer Halbkugel und schauen ins Zentrum, auf eine gemeinsame Linse. Diese sammelt das Licht der Aussenwelt und leitet es an die Minikameras weiter. Beim jetzigen Prototyp nehmen 98 Minikameras jeweils einen kleinen Auschnitt des Gesamtbbildes auf. Die Elektronik und die Software der Kamera sollen diese 98 gleichzeitig geschossenen Bilder dann nahtlos zusammensetzen. Die hohe Auflösung wird laut den Forschen unter anderem dadurch ermöglicht, dass die einzelnen Minikameras die bekannten optischen Abweichungen, die von der gemeinsamen Linse produziert werden, für ihren jeweiligen Sichtbereich einzeln korrigieren können. Wie man auf von der Kamera aufgenommenen Bildern wie diesem sieht, klappt die nahtlose Zusammenfügung der Einzelbilder aber noch nicht ganz hundertprozentig.
Noch ist die Gigapixel-Kamera des US-Teams zudem mit rund 75 x 75 x 50 Zentimetern viel zu gross und zu schwer für die Praxis. Vom Volumen der Kamera nimmt die Optik nur etwa 3 Prozent ein, der Rest ist Elektronik, inklusive Kühlelemente, die die Hardware vor Überhitzung schützen. Das Forscher Team glaubt allerdings, dass mit der zunehmenden Miniaturisierung schon in vielleicht fünf Jahren die ersten praxistauglichen, nach diesem Prinzip gebauten Gigapixel-Kameras auf den Markt kommen könnten.
Weitere Informationen zu diesem Projekt findet man hier. (hjm)
(Fotos und Illustrationen: Duke University)

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